Wohnungsverdichtung Trostberg

Wohnungsverdichtung – oder doch Gewinnmaximierung?
Gibt es in Trostberg einen Stadt- und Zukunftsplan?

Die Alten sterben, die Nachkommen haben Trostberg längst hinter sich gelassen. Die Goldgräberstimmung hat scheinbar Vorrang vor Lebensqualität und Naturoasen in der Stadt – so scheint es.

Wird ein Objekt frei, folgt der Abriss und ein Wohnklotz mit maximal möglichen Abmessungen, ersetzt das einstige Idyll.
An Beispielen mangelt es in Trostberg nicht.
Wie ist das möglich? In München wird doch auch nicht jede Villa mit Garten, in Schwabing, durch einen Wohnklotz ersetzt!

Wieso in Trostberg? Wieso wird hier der Charme unserer Stadt rücksichtslos dem Kommerz geopfert?
War der Verkauf des Schloss Schedling der Anfang vom Ende?

Folgende Bilder zeigen, welches Naturidyll durch einen neuen Betonklotz zerstört werden soll:

Folgenden Brief hat der UVA an Hr. Bürgermeister Schleid geschrieben:

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Danke für ein Großes Lob zur Gartenaktion!

Wir freuen und riesig und bedanken uns auf diesem Wege für ein Großes Lob zur Gartenaktion 2018!

Sehr geehrte Frau Pauli,
 
ich wollte mich bei Ihnen schon lange melden und für die Organisation
des Gartenwettbewerbs Naturnahe Gärten bedanken.

Quelle: Bild UVA


Zu meinem großen

Bedauern konnte ich an der Abschlußveranstaltung nicht teilnehmen und
habe das Er
gebnis aus der Zeitung erfahren. 
Vielen Dank für Ihre
Bewertung unseres Gartens, ich war ziemlich überrascht, dass diese so
positiv ausgefallen ist.

Quelle: Bild UVA

Der Wettbewerb hat mich zum Nachdenken angeregt, wie wichtig es ist,
unsere Gärten, egal wie groß oder klein diese sind, im Einklang mit der

Natur zu gestalten. Ich blicke mich aufmerksamer um und achte mehr auf

die Vielzahl Insekten und überlege dabei, wie ich eine größere Anzahl an
Vögeln, Insekten, Schmetterlingen, usw. in den Garten locken kann,
welche Pflanzen sinnvoll sind, welche das ganze Jahr Nahrung bieten. Was
ich eben verbessern kann.

Quelle: Bild UVA

 
Im Winter z.B. hat es mich sehr gefreut, zu beobachten, dass wir mehr Vögel am Futterhaus hatten, als die letzten Jahre. 
Seit Dezember haben wir einen Igel zur Pflege. Er war zu klein und zusätzlich verletzt, um den Winter draussen zu überleben. Es ist ein spannendes Projekt und
macht uns deutlich, dass wir etwas tun müssen und können. Den Kindern
versuche ich, dieses zu vermitteln  und der Igel ist eine gute
Gelegenheit, ihnen die Natur näher zu bringen. Ich freue mich, wenn wir
ihn freilassen können und werde ihm einen Unterschlupf anbieten und
hoffe, er fühlt sich wohl in unserem Garten.
 
Danke für diesen Denkanstoß. Ich wünsche Ihnen ein gute Zeit.
 
Freundliche Grüße

Quelle: Bild UVA

Kiesabbau in Offling, Gemeinde Altenmarkt

Verkehrsinfarkt in Altenmarkt a. d. Alz.
So, oder so ähnlich, wird es von den Gemeindevertretern unermüdlich gepredigt.
Aber was unternimmt man vor Ort in Wirklichkeit gegen das Verkehrsaufkommen?

Erst kürzlich wurde in Offling eine Kiesgrube mit folgenden Ausmaßen genehmigt:
.“.. Der beantragte Abbau umfasst eine Fläche von rund 47000 Quadratmetern bei einer Abbautiefe von maximal 30 Metern. Das Abbauvolumen wird auf rund 975.000 Kubikmeter geschätzt, und es wird von einem Zeitraum von maximal 20 Jahren ausgegangen….“

Vielleicht sollte der Altenmarkter Gemeinderat einmal über folgendes nachdenken:
Die 975.000 Kubikmeter Kies wiegen etwa 1.950.000to und verursachen 97500 Fuhren Kies mit je 20 to. Beladung.
Da die Laster in der Regel leer in die Grube zurück fahren, sind es zur Ausbeutung 195.000 LKW-Fahrten.
Die Wiederverfüllung verursacht nochmals etwa dieselbe Anzahl Fahrten.
Also in Summe 390.000 LKW-Fahrten.
Nur für diese eine Kiesgrube!

Mit diesen 390.000 LKW-Fahrten beglückt Altenmarkt nicht nur sich selbst, sondern auch viele Anwohner der Nachbargemeinden!

Danke für dieses großzügige Geschenk!

Hier nachzulesen:

https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trostberg/altenmarkt-an-der-alz-ort458413/altenmarkt-genehmigungsverfahren-kiesgrube-offling-laeuft-kritik-anonymen-buerger-11791217.html

UVA Hauptversammlung 2018

UVA:  Artensterben und Ausbeute machen Einmischung notwendig!

Zum Flächenfraß: Seeon plant 70 Hektar Kiesabbau – Zum Lärmschutz: Grenzwert wird eingehalten!

Beim UVA hat sich das Kernteam zu aktuellen Themen vergrößert: jeweils von links: 1. Reihe: Cornelia Leupold, Reinhold Schopf 2. Reihe: Gerd Raepple, Gisa Pauli, Andreas Herden 3. Reihe: Eike Bunk, Helmut Uber 4. Reihe: Arnulf Erler, Stella Erler, Miachael Kießling. Alfred Huber ist nicht auf dem Bild. Foto UVA

 

 

 

Trostberg. Ein aktives und einsatzreiches Jahr liegt hinter dem Umweltschutzverband Altzal und Umgebung e.V. (UVA). In seinem Rückblick zur Jahreshauptversammlung stand der lokale und regionale Schutz von Natur und Heimat im Vordergrund. Mit dem Artenschwund seien die Umweltverbände gefordert, so Gisa Pauli. Bei Verkehr und Lärm habe man sich mit Lärmschutz und Planung beschäftigt und müsse sich ab nächstes Jahr intensiv mit dem Trassenverlauf des zweiten Bauabschnittes auseinandersetzen. Beachtliche Anerkennung fand der Gartenwettbewerb „Naturnahe Ecken und Gärten“. Und: Ab 2019 wird sich das Kernteam  zu aktuellen Themen erweitern.

Die Erkenntnisse zu Glyphosat, Pestizide und Artensterben habe den Verein aufgerüttelt. Man unterstützte Petitionen und forderte ein sofortiges Verbot. Alles dem Verbraucher zu überlassen, erschien zuwenig, erklärte die Vorsitzende. So kam es zur Idee, für Artenschutz in heimischen Gärten zu werben und Modelle naturnaher Gestaltung mitzuliefern. Und das kam gut an! Für eine grüne und lebenswerte Wohnstadt beteiligte sich die Vorstandsspitze bei ISEK. Das Bekenntnis der Stadt auf Pestizide zu verzichten erfreut. Jedoch könnte mit Umgestaltung ökologischer Nischen auf städtischem Grund und einer Baumschutzverordnung für Gartenbesitzer mehr gegen das Artensterben getan werden. Umweltzerstörung und Verlust der Lebensqualität seien deutlich spürbar, was die Leute in den Verband hineintreibt. So beklagten Trostberger zu innerstädtischen Verdichtungen, die Abstandsflächen gingen auf Kosten von Qualität und Grünzonen.Zu den Verkehrs- und Lärmproblemen fühlen sich die Bewohner seit langem von der Stadt ausgegrenzt. Zu den PFOA-Werten im Trinkwasser formierte sich geballter Widerstand. Hier befürchte auch der Verein noch unabsehbare Probleme auf den 55 Hektar belasteten Gebiet. Der UVA regte an, Quellen zu erschließen und forderte eine wissenschaftliche Untersuchung zum umstrittenen Ersatzstoff ADONA. Aber auch der Ausverkauf der Natur und rücksichtslose Ausbeute machen die Einmischung regional und bundesweit notwendig, erklärte Pauli. So sei man  an Natura 2000, Plastikmüll, Freihandel, Klimaschutz und Umweltprozessen beteiligt.

Stella Erler ging auf CETA  und JEFTA  sowie deren Machtspiele ein. Das alles müsse man öffentlich machen! Als „unglaublich“ empfand sie JEFTA`s Aussage, der Klimaschutz dürfe nicht zu Lasten von Wirtschaft und Handel gehen.

 Kein Lärmschutz für Anwohner

Die BI-Sprecher der Interessengemeinschaft gegen West (IGgW) ,Reinhold Schopf und der Arbeitsgemeinschaft (Arge B304) Arnulf Erler informierten sich zum zweiten Bauabschnitt der Westtrasse beim Straßenbauamtsleite Rehm. Demnach liege der Trassenvorentwurf zur Prüfung und Akzeptanz der Kosten beim Verkehrsministerium. Eine Wiederaufnahme der Radunterführung sei beantragt. 2019 erwarte man eine Antwort. Zum Lärmschutz, Weiterlesen

Waldumbau in vollem Gange

Klimawandel und die Trockenheit des Jahres 2018 sind der Fichte tot – so scheint es.

100 jährige Baumriesen haben keine Chance, sich gegen den winzigen Borkenkäfer zur Wehr zu setzen, wenn das Wasser fehlt.
Die Fichte, seit dem 18. Jahrhundert als Brotbaum der Landwirtschaft hoch gelobt, scheint Opfer des Klimawandels zu werden.

Die hier geschlagenen Bäume, im Bayerischen Wald, sind erst der Anfang der diesjährigen Käfer-Durchforstung in einem Waldstück.

Andererseits wird damit wohl zwangsweise eine naturnahere Waldnutzung und mehr Artenreichtum in unseren Wäldern Einzug halten.
Finanziell allerdings ein immenser Schaden für die Bauern.
Holz in diesem Umfang kann kaum noch einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.

kürzlich gefällte Fichtenstämme, Foto UVA

 

Preisverleihung, UVA-Gartenwettbewerb

Viele glückliche Gewinner!
Schöne Prämien für die Teilnehmer an unserem Gartenwettbewerb.

In einem feierlichen Rahmen konnte der Umweltschutzverband am 01. Oktober 2018 zur Preisverleihung einladen.
Viele Teilnehmer sind der Einladung gefolgt und wurden mit schönen Preisen überrascht.

Es ist uns wichtig, dass Engagement für die Natur belohnt wird.
Erster Preis, eine Reise zur Landegartenschau
Zweiter Preis, Besuch des Klosters Raitenhaslach
Dritter  und vierter Preis, Gutschein der Gärtnerei Horizont.
Wobei der zweite Preis und vierte Preis jeweils 2x vergeben wurde.
Wie Gisa Pauli betont, lagen alle Preisanwärter so nahe beieinander, dass es sehr schwer war, die genaue Rangfolge festzulegen.

Alle anderen Teilnehmer erhielten jeweils einen Preis aus der Rubrik „Gutes aus dem Garten“.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern recht Herzlich für die Teilnahme und die Erlaubnis, Ihre Gärten im Rahmen dieses Abends vorstellen zu dürfen.

Der nette Kontakt und die überaus offene Art, welche wir im Rahmen dieses Wettbewerbs erleben durften, war ein überaus eindrucksvolles Erlebnis.
Wir hoffen, dass sich daraus weitere Kontakte und Freundschaften entwickeln.

Überdies bedanken wir uns recht Herzlich für die freundschaftliche Begleitung unserer Gartenaktion durch das Trostberger Tagblatt!

Artikel aus dem TT, 06.10.2018

UVA Gartenwettbewerb

Umweltschonend: Bei Bewässerung und Schädlingsbekämpfung

UVA Preisvergabe: Am 1. Oktober 2018, im Pfaubräu Trostberg,
Beginn: 19.30 Uhr

Trostberg-Seebruck. Zu einer weiteren Besichtigung wurde das Team des Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e.V. (UVA) im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs nach Truchtlaching geführt.

Familie Mayerhöfer Irmengard und Theodor Mayerhöfer in ihrem Garten. Foto: Pauli

Dort leben Irmengard und Theodor Mayerhöfer in einem schön angelegten, für Natur und Mensch, ausgewogenen Hanggarten. Sie gehen mit der Natur verantwortungsvoll um und tragen, laut Vorsitzender Gisa Pauli, nachhaltig zur Umweltververträglichkeit mit einer umweltschonenden Bewässerung und biologischer Schädlingsbekämpfung bei.

                                                 Leidenschaft: Gemüsegarten

Spindelbüsche , Hecke mit Gemüsegarten (im Hintergrund) Eines der Steckenpferde von Theodor Mayerhöfer ist Gemüse anzubauen Foto: Cornelia Leupold

Die Kräuterspirale Foto: Cornelia Leupold

Der Teich Die Katze liebt auch den mit Schilf und Schwertlilien umgebenen Teich Foto: Pauli

Ein Blick in den Garten Das schöngegliederte Hanggrundstück mit kleinen und größeren Pflanzinseln Foto: Pauli

Seit 1975 haben Irmengard und Theodor Mayerhöfer einen etwa 1400 Quadratmeter großen Grund in der Gemeinde Seeon-Seebruck erworben und Jahre der Arbeit in Haus und Garten gesteckt, bis alles so funktionierte und aussah wie heute. Beide kommen aus kinderreichen Bauernfamilien und haben zwei Töchter und 5 Enkeln. Alltäglich ist ihr Leben nicht, denn sie pendeln zwischen Chiemgau und Amerika hin und her. Mayerhöfer ist Hubschrauber- und passionierter Ballonpilot. Sofern es Garten und Wetter zulassen, fährt er den Vereinsballon für gebuchte Fahrten. Immer im Winter treten die rüstigen Rentner den langen Flug nach Florida an, um –wie all die Jahre zuvor- ein Vierteljahr bei ihrer Tochter und den Enkeln zu verbringen. Dort geht ihnen der Garten gar nicht ab. Die Pause empfinden sie eher als erholsam und ihrer Tochter unter die Arme zu greifen sei schön. Doch ohne Garten wollten sie nicht sein. Ihre Rücktour nach Hause werde dann immer so geplant, dass sie bereits im Februar, die ersten Samen ziehen können. Der Gemüsegarten liegt dem Piloten besonders am Herzen. Seine Frau fühlt sich mehr zu  Blumen und Pflanzen hingezogen. Daher ist ihr Garten eine abwechslungsreiche und gelungene Mischung aus buschigen Hecken, Kräuterspirale, kleinere und größere Pflanzinseln, Teichanlage, tierfreundlichen Verstecken, Gewächshäusern und lauschigen Plätzen. Zahlreiche Apfel- und Birnbäume versorgen Bienen und Insekten. Ihr Insektenhaus haben sie liebevoll „Hotel zur wilden Biene“ benannt. In den Bäumen hängen Tontöpfe für Ohrwürmer. Die Brutstätten der Vögel werden mit Baumringe gegen jagende Katzen geschützt. Blühende Blumen- und Staudenbeete mit duftenden Schmetterlingsflieder oder Lavendel, Fingerhut, tränendes Herz, Anemonen, Akeleien und Flockenblumen eifern um begehrte Plätze. Ein Schilfgürtel mit Schwertlilien, Liebesperlenstrauch und Azaleen säumt den Teich. Rund 80 Quadratmeter umfasst der Gemüsebereich. Die Familie versorgt sich selbst. Das Gewächshaus wird mit Solarstrom belüftet und was schmeckt wird angebaut, selbst die empfindliche Aubergine. Ein ausgeklügeltes Solarsystem sorgt für eine Bewässerung der kurzen Wege. Auf dem Grund geschickt verteilt sind die solarbetriebene, unterirdische 3600-Liter Zisterne, Regentonnen und Wassertröge. Per Knopfdruck lassen zwei Solarpumpen das Wasser sprudeln. Doch nicht nur dem Element Wasser zollen sie Respekt, auch mit dem Boden gehen sie verantwortungsvoll um. Schnecken und Schädlinge werden durch biologische Mittel, weiße Fliegen und Spinnmilben durch Mikroorganismen bekämpft. Die Mayerhöfers sind äußerst sorgsam im Umgang mit der Natur und tragen somit nachhaltig zur umweltgerechter Wassereinsparung und Schädlingsbekämpfung bei.

Dörrobstherstellung für Imker

Dörrobst mit dem Sonnenwachsschmelzer herstellen.
Ideal für Imker!

Imker haben ihn: Den Sonnenwachsschmelzer.
Dieser dient dazu, Bienenwaben einzuschmelzen. Arbeitet wie ein Solarkollektor – mit der Sonne.

Im Herbst ist er nicht mehr so oft im Einsatz.
Außer man hat eine weitere Verwendung dafür:
Zur Dörrobstherstellung!
Hat sich die letzten Tage sehr gut bewährt – deshalb möchte ich den Vorschlag veröffentlichen.

Statt Waben wird ein Drahtgitter in den Wachsschmelzer eingelegt.
Darauf das zu trocknende Obst (bei mir Zwetschgen) ausbreiten.
Deckel nicht ganz schließen – ein Brettchen oder Keil unterlegen – damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Nach 3 Tagen sind die Zwetschgen fertig getrocknet.
Die Zwetschgen mit der Haut nach unten einlegen, damit sie nicht am Gitter fest kleben.

Sonnenwachsschmelzer mit Zwetschgen bestückt. Rechts der Keil welcher das Fenster ca. einen Finger breit offen hält. Foto UVA

Sonnenwachsschmelzer mit Zwetschgen bestückt. Zwetschgen liegen auf einem Stahlgitter, welche auf einen Holzrahmen gespannt wurde. Foto UVA

Fenster ca einen Finger breit offen halten – mit Keil oder Brettchen – Foto UVA

Fertig getrocknete Zwetschgen. Zwei Ladungen ergeben bei mir eine Schüssel voller Dörrzwetschgen. Foto UVA

Fertig getrocknete Zwetschgen. Bitte so lange dörren, bis sie keine weichen Stellen mehr haben. Dann halten sie Jahre. Foto UVA

Probieren, bis es für die Natur passt

UVA-Wettbewerb:

Informieren, probieren bis es für die Natur paßt.

Familie Baltin in der Findungsphase – UVA : Ab 2019  Austauschtreffen  mit Naturfreunden

Familie Baltin in ihrem Garten von lks: Anna, Monika, Raimund vorne Samuel Foto: Pauli

Trostberg–Traunreut. Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) war im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs auf dem Weg nach Traunreut. Dort traf das Team auf Monika und Raimund Baltin mit einem Garten, der sich naturnah entwickelt und seine Vorzüge auf den zweiten Blick preisgab. Zu Beginn wurde probiert und verworfen, nicht alles gelang. Doch entmutigt hat das die Familie nicht: Sie bleiben ihren ökologischen Zielen treu. Dafür gab es von der Jury,  so UVA-Vorsitzende Gisa Pauli,  Anerkennung.

Monika und Raimund Baltin leben seit 13 Jahren in Oderberg mit ihren Kindern Anna und Samuel, dem Kater Nobby, den Kaninchens Fiona und Drachine. Damals entschieden sich die jungen Eltern für die „klassische“ Gartenvariante: Terrasse, Rasen, Beete, Kinderspielecke mit Rutsche.


Verhalten änderte sich

 

Der Beeren- und Gemüsegarten Foto: Pauli

Nur auf dem drei bis fünf meterbreiten und zehn metertiefen Streifen des Hanggrundstückes, hat sie die Natur mit einem Wildwuchs beschenkt, den die Baltins unter allen Umständen stehen lassen wollten: Eine Vogelhecke aus wilden Schneeball, Eberesche, Wildkirsche, Hartriegel und Pappeln, die durch ihre gewachsene Wildnis, Dompfaffe, Kleiber, Gelbspötter, Grünfinken, Wachteln, Kohl-, Blaumeisen, Buntspechte sowie Drosseln Schutz und Nahrung bietet. Da es dort immer etwas zu entdecken und beobachten gab, fing Monika Baltin an sich für die Natur zu interessieren. Erst änderte sich die Einstellung, später ihr Verhalten. So war es ihr wichtig, auf umweltverträgliche und gesunde Produkte zu achten und bei regionalen Märkten und Bauern einzukaufen. Auch ihr Bedürfnis, mehr aus ihrem Garten

Wilde Naturhecke am Hang mit Kräuter- und Blumenwiese Foto: Pauli

zu machen, wuchs: Auf der ebenerdigen Terrasse ihres Hanges habe sie eine Bienen- und Schmetterlingswiese ausgesät, die Löwenmäulchen, Johanniskraut, wilde   Pfingströschen, Winden und Gräser hervorbrachte. Um die Samenausbreitung zu fördern wird einmal jährlich, gegen Ende September, gemäht. Rückwärtig zur Terrasse legte sie ein Waldbeet mit schattenverträglichen Anemonen, Lungenkraut, Waldmeister, Waldrebe, Farne, Veilchen und Schlüsselblumen an. Der rotangestrichene, meterhohe Turm lädt Insekten, Flor- und Schwebfliegen ein. Sie habe gelesen, dass die rote Farbe Florfliegen anziehen soll: Ob es zutrifft, wisse sie allerdings nicht. Im liegengelassenen Totholz zeigten sich Spuren von Käferlarven. Blindschleichen und nützliche Kleintiere wie Weberknechte, Tiger-, Spring-, Krabben- und Kreuzspinnen habe sie auch. Mit den Beerensträuchern erweiterten sie ihren gefiederten Freunden das Nahrungsangebot. Als Unt

Das Totholz mit Käferlarven Foto: Cornelia Leupold

erbepflanzung wählte sie Walderdbeeren, um den Boden feucht zu halten. Das funktioniert, bekräftigte sie. Hingegen die Versuche mit Permakultur oder Brennesseljauche enttäuschten sie eher. Die anhaltende Läuseplage hat die Natur geregelt: Jetzt werden die Parasiten von den Meisen gefressen. Für die Schmetterlinge ließ sie ein großes Brennessel-Eck stehen und ärgerte sich, wenn Leute Raupen vernichten, obwohl sie die bunten Falter mögen. Entsetzt sei sie von gentechnisch-veränderten Pflanzen, die keine Samen bilden. Und auch über ged

Das Kräuterbeet mit der Heilpflanze Salbei Foto: Cornelia Leupold

ankenlose Kunden, die mit ihren Käufen, den Trend an Hybriden fördern. Die Baltins sehen sich am Anfang und wissen sehr wohl, dass eine naturnahe Entwicklung auch Zeit braucht. Sie werden weitermachen und dran bleiben, bis es für  die Natur passt.

Eine Oase inmitten von Maiswüsten und totem Land

UVA-Gartenwettbewerb:

Eine 

Oase inmitten von Maiswüsten und totem Land

Michael Kießling erfüllt sich einen Kindheitstraum – Unterstützt Flächenumgestaltung

Die stolzen Besitzer vorm „Voglwuidhang“ (wilde Karde rechts und im Hintergrund) v. lks: Helmut Geisberger (mit Katze Sissi), Michael Kießling Foto: Pauli

Obing: Im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs „Naturnahe Ecken und Gärten“ machte sich der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) nach Pittenhart auf. Dort traf das Team auf Michael Kießling, Helmut Geisberger und einen Garten, den man selten findet: Kreativ, ideenreich, und unkonventionell,beschrieb es Vorsitzende Gisa Pauli. Mit Wegen und Plätzen sind die einzelnen Teilgärten zu einem großen Ganzen verbunden und nehmen durch ihre extreme Vielfalt für Flora und Fauna einen maßgeblichen Stellenwert in Ortsrandlage ein.

2006 hat sich Michael Kießling selbstständig gemacht und einen 2500 Quadratmeter großen Grund gekauft. Dort lebt er mit seinem Ehepartner Helmut Geisberger, den Katzen Sissi und Franzi. Er wuchs in einer kleinen W

ohnung in Traunreut auf. Beim Großvater durfte er -gleich nebenan im Schrebergarten- ein winziges Fleckchen Erde bebauen. Schon als Kind war er der Natur sehr zugetan, lief durch Wiesen und Wälder und erkundete alles, was kreuchte und fleuchte. “Wenn ich einmal einen Garten habe, dann soll es ein Paradies werden“, sagte er als Fünfjähriger. Nach 35 Jahren ging sein Traum in Erfüllung.

Artenschwund bekämpfen

Der selbstreinigende Teich mit Klärbecken Im Zentrum der großen Anlage steht der Teich mit seinen Wegen, Brücken und Stegen. Foto: Cornelia Leupold

Ein striktes Konzept hat Kießling nicht. Er läßt sich inspirieren und versucht zu kombinieren. Stück für Stück setzte er seine Pläne um: Den „Voglwuidhang“, Kiesgarten mit

Bachlauf, heimischer  Pflanz-, Dach- und Exotengarten. Letztes Jahr kam ein selbstreinigender Schwimmteich mit Klärbecken, Brücken und Wegen hinzu, der sein Sortiment an Vielfalt für Pflanzen und Arten noch erweiterte. „Mein Garten ist speziell!“ Lacht und gesteht, dass er für heimische und exotische Pflanzen brennt und viel Wert auf Artenerhalt lege.

Er hat Bäume, die Unterschlupf und Nahrung bieten, heimische und exotische Kostbarkeiten mit prachtvollen Blättern und Samenständen. An extremen Trockenstandorten gedeihen viele Pflanzen, obwohl das Bachbett ausgetrocknet ist. Exoten wie Paulownia, Gleditsia gestalten Bereiche; die Akazie wird von Insekten umschwärmt. Staudenbeete mit Katzenminze, Königskerze, Lavendel, Duft- und Indianernessel reichern das Nahrungsangebot an. Ebenso die Wolfsmilch, weidenblättrige Sennenblume und rotbeerige Berberitze. Leinkraut und kleinwüchsiger Storchenschnabel samen sich auf dem Gelände aus.

Der Exotengarten Auch Exoten wie die Akazie werden von Insekten geliebt. Foto: Cornelia Leupold

Im Dachsteingarten wachsen Karthäusernelken, Alpenleinkraut, Gewürze und Sedum. Sie tragen zum Bestand der Wildbienen und Schwebfliegen bei. Die wilde, üppige Karde im Voglwuidhang, ist ein Magnet und in der Natur eher selten geworden. Bewässert wird ganz ökologisch und nachhaltig aus dem Teich. Er ist gefüllt mit den großen Krebsscheren, ganz klar und ohne Algenblüte. Dort schwirren Libellen, Azurjungfern, Admiral, Kaisermantel, Pfauenauge, Bläuling und Schwalbenschwanz umher. Auch Vögel wie Rotschwänzchen und Bachstelzen finden sich ein. Und: Einen Riesenspaß haben die im Flug nach Wasser schnappenden Rauchschwalben. Das alles wärmt sein Herz. Doch was den Gärtner umtreibt ist der zunehmende Artenschwund. Kießling sieht sich inmitten einer „Maiswüste umgeben von totem Land“. Sein Motor ist der Naturerhalt, nicht nur in seinem Garten. Daher bietet er der Kommune seine tatkräftige Hilfe und finanzielle Unterstützung an, um die Gemeindeflächen naturnah umzugestalten. So könnnen wieder viele  Arten in den Außenrandlagen ökologische Nischen finden.

Der Dachsteingarten Mit seinen vielfältigen Pflanzen trägt er zum Bestand der Wildbienen und Schwebfliegen bei. Foto: Pauli

Der Schwalbenschwanz Besonders freut sich Kießling über den Schwalbenschwanz Foto: Michael Kießling