Kiesabbau in Offling, Gemeinde Altenmarkt

Verkehrsinfarkt in Altenmarkt a. d. Alz.
So, oder so ähnlich, wird es von den Gemeindevertretern unermüdlich gepredigt.
Aber was unternimmt man vor Ort in Wirklichkeit gegen das Verkehrsaufkommen?

Erst kürzlich wurde in Offling eine Kiesgrube mit folgenden Ausmaßen genehmigt:
.“.. Der beantragte Abbau umfasst eine Fläche von rund 47000 Quadratmetern bei einer Abbautiefe von maximal 30 Metern. Das Abbauvolumen wird auf rund 975.000 Kubikmeter geschätzt, und es wird von einem Zeitraum von maximal 20 Jahren ausgegangen….“

Vielleicht sollte der Altenmarkter Gemeinderat einmal über folgendes nachdenken:
Die 975.000 Kubikmeter Kies wiegen etwa 1.950.000to und verursachen 97500 Fuhren Kies mit je 20 to. Beladung.
Da die Laster in der Regel leer in die Grube zurück fahren, sind es zur Ausbeutung 195.000 LKW-Fahrten.
Die Wiederverfüllung verursacht nochmals etwa dieselbe Anzahl Fahrten.
Also in Summe 390.000 LKW-Fahrten.
Nur für diese eine Kiesgrube!

Mit diesen 390.000 LKW-Fahrten beglückt Altenmarkt nicht nur sich selbst, sondern auch viele Anwohner der Nachbargemeinden!

Danke für dieses großzügige Geschenk!

Hier nachzulesen:

https://www.chiemgau24.de/chiemgau/trostberg/altenmarkt-an-der-alz-ort458413/altenmarkt-genehmigungsverfahren-kiesgrube-offling-laeuft-kritik-anonymen-buerger-11791217.html

Nördlicher Chiemgau – Land der Kiesgruben?

Wer baut, braucht Kies.
Jeder will bauen. Deshalb muss der Kies abgebaut werden.

So scheinbar die landläufige Meinung einiger Bürgermeister.
Könnte man so sehen, würden unsere Vorkommen nur regional verbraucht.
Mit den vorhandenen 44 Hektar Kiesgruben könnte jedes Gebäude aus Vollbeton gebaut werden.
Ein Großteil unserer Kiesressourcen gehen jedoch in den Export!

Ist Kiesabbau ein gemeindliches Problem?
Nach dem Baugesetzbuch ist der Abbau von Bodenschätzen ein privilegiertes Vorhaben, das im Außen­bereich grundsätzlich zulässig ist, wenn nicht besondere Belange entgegenstehen. Solche Belange können gemeindliche Vorgaben (Flächennutzungsplan) oder landesplanerische Vorgaben (Regionalplan) sein.
Der Landesgesetzgeber hat für Bayern

Kiesgrube Seeon, Bild UVA

im Landesentwicklungsprogramm bestimmt, dass der Abbau von Bodenschätzen regional zu ordnen ist; Kiesabbau ist auf Vorrang- und Vorbehaltsgebiete zu konzentrieren, die nach dem regionalen und überregionalem Bedarf zu bemessen sind und in den Regionalplänen festge­legt werden. Das ist vernünftig und praktikabel, weil damit ein Ausgleich zwischen Gemeinden mit geeigne­ten Kiesvorkommen und Gemeinden ohne Abbaumöglichkeiten geschaffen wird.
Der für die Region Südostoberbayern gültige Regionalplan weist 2.500 ha Vorrang- und Vorbehaltsflächen für den Kiesabbau aus (rechnerisch sind das im Durchschnitt etwa 15 ha pro Gemeinde). Diese Ausweisung ist im Benehmen mit dem Industrieverband Steine-Erden auf den regionalen und überregionalen Bedarf ausgelegt und wird bedarfsweise immer wieder fortgeschrieben. Somit ist es weder nötig noch zweckmäßig, dass Gemeinden in ihren Flächennutzungsplänen Kiesabbauflächen-Ausweisungen vornehmen, die über den Regionalplan und somit über den Bedarf hinausgehen.

Kiesgrube Seeon, Bild UVA

Sollte es – wie manchmal behauptet – so sein, dass der Regionalplan zu wenig konkret oder zu wenig rechtssicher ist, dann muss doch wohl der Regionalplan verbessert werden! Es kann doch nicht sein, dass stattdessen wieder jede Gemeinde für sich das regionale Kiesproblem lösen muss und deshalb viele Hektar Kiesabbauflächen unnötig ausgewiesen werden. Der UVA wird dem nachgehen.

Sand- und Kiesabbau in Seeon

Sand- und Kies:
Eine unerschöpfliche Ressource?

Nein!
Sand und Kies ist zu einem wertvollen Gut geworden.
Umso mehr muss man sich wundern, wieso die Gemeinde Seeon den Abbau dieses Rohstoffs in massivem Umfang ausweiten will.
Laut Untersuchung der Gemeinde Seeon gibt es derzeit noch ca. 24,4 Hektar abbaubare Kiesvorkommen, wenn man bisher schützenswerte Natur nicht preis gibt und die Gemeindebürger in mäßigem Umfang vor Lärm schützen will. Das heißt: Schutz vor dem Lärm der Kiesgrube.
Nicht der Lärm und die Belastung durch tausende zusätzliche LKW-Fahrten.
Diese Ressource soll in den nächsten 25 Jahren abgebaut werden.
Was die nächsten Generationen dann machen bleibt völlig offen.

Welche Kiesgruben bestehen und was ist geplant?

In der Gemeinde Seeon-Seebruck und knapp außerhalb der Gemeindegrenze bestehen derzeit etwa 44 ha betriebene und 37 ha geplante Kiesgruben sowie ca. 25 ha regionalplanerische Reserveflächen:
Innerhalb der Gemeinde gibt es die Kiesgrube Holzen an der Grenze zu Altenmarkt mit ca. 3 ha.

An der nördlichen Gemeindegrenze bei Thalham/Gemeinde Obing, d.h. im Quell-Einzugsbereich des Natur­schutzgebiets Seeoner Seen wird derzeit von zwei Unternehmen Kies auf gut 10 ha abgebaut; auf etwa einer gleich großen Fläche ist der Abbau beendet; die Moränenhügel sind aber nicht wieder im alten Relief hergestellt, sondern eingeebnet und z.T. mit einer Solaranlage belegt. Für eine Grube läuft derzeit ein von der Gemeinde Obing abgelehnter Antrag auf zusätzliche Vertiefung. Auch die ehemaligen Kiesgruben süd­östlich Großbergham sind planiert und jetzt z.T. Parkplatz, Betriebsgelände oder bebaut. Westlich Großberg­ham wurde kürzlich trotz Ablehnung der Gemeinde Obing eine ca. 1 ha große Kiesgrube eröffnet.

Grafik UVA u. BayernAtlas

Die Kiesgruben in Voglöd neben der Kreisstraße Seeon-Rabenden mit derzeit ca. 12 ha liegen im Gemeinde­gebiet Obing, an der Grenze zu Seeon und zu Weiterlesen