UVA Hauptversammlung 2018

UVA:  Artensterben und Ausbeute machen Einmischung notwendig!

Zum Flächenfraß: Seeon plant 70 Hektar Kiesabbau – Zum Lärmschutz: Grenzwert wird eingehalten!

Beim UVA hat sich das Kernteam zu aktuellen Themen vergrößert: jeweils von links: 1. Reihe: Cornelia Leupold, Reinhold Schopf 2. Reihe: Gerd Raepple, Gisa Pauli, Andreas Herden 3. Reihe: Eike Bunk, Helmut Uber 4. Reihe: Arnulf Erler, Stella Erler, Miachael Kießling. Alfred Huber ist nicht auf dem Bild. Foto UVA

 

 

 

Trostberg. Ein aktives und einsatzreiches Jahr liegt hinter dem Umweltschutzverband Altzal und Umgebung e.V. (UVA). In seinem Rückblick zur Jahreshauptversammlung stand der lokale und regionale Schutz von Natur und Heimat im Vordergrund. Mit dem Artenschwund seien die Umweltverbände gefordert, so Gisa Pauli. Bei Verkehr und Lärm habe man sich mit Lärmschutz und Planung beschäftigt und müsse sich ab nächstes Jahr intensiv mit dem Trassenverlauf des zweiten Bauabschnittes auseinandersetzen. Beachtliche Anerkennung fand der Gartenwettbewerb „Naturnahe Ecken und Gärten“. Und: Ab 2019 wird sich das Kernteam  zu aktuellen Themen erweitern.

Die Erkenntnisse zu Glyphosat, Pestizide und Artensterben habe den Verein aufgerüttelt. Man unterstützte Petitionen und forderte ein sofortiges Verbot. Alles dem Verbraucher zu überlassen, erschien zuwenig, erklärte die Vorsitzende. So kam es zur Idee, für Artenschutz in heimischen Gärten zu werben und Modelle naturnaher Gestaltung mitzuliefern. Und das kam gut an! Für eine grüne und lebenswerte Wohnstadt beteiligte sich die Vorstandsspitze bei ISEK. Das Bekenntnis der Stadt auf Pestizide zu verzichten erfreut. Jedoch könnte mit Umgestaltung ökologischer Nischen auf städtischem Grund und einer Baumschutzverordnung für Gartenbesitzer mehr gegen das Artensterben getan werden. Umweltzerstörung und Verlust der Lebensqualität seien deutlich spürbar, was die Leute in den Verband hineintreibt. So beklagten Trostberger zu innerstädtischen Verdichtungen, die Abstandsflächen gingen auf Kosten von Qualität und Grünzonen.Zu den Verkehrs- und Lärmproblemen fühlen sich die Bewohner seit langem von der Stadt ausgegrenzt. Zu den PFOA-Werten im Trinkwasser formierte sich geballter Widerstand. Hier befürchte auch der Verein noch unabsehbare Probleme auf den 55 Hektar belasteten Gebiet. Der UVA regte an, Quellen zu erschließen und forderte eine wissenschaftliche Untersuchung zum umstrittenen Ersatzstoff ADONA. Aber auch der Ausverkauf der Natur und rücksichtslose Ausbeute machen die Einmischung regional und bundesweit notwendig, erklärte Pauli. So sei man  an Natura 2000, Plastikmüll, Freihandel, Klimaschutz und Umweltprozessen beteiligt.

Stella Erler ging auf CETA  und JEFTA  sowie deren Machtspiele ein. Das alles müsse man öffentlich machen! Als „unglaublich“ empfand sie JEFTA`s Aussage, der Klimaschutz dürfe nicht zu Lasten von Wirtschaft und Handel gehen.

 Kein Lärmschutz für Anwohner

Die BI-Sprecher der Interessengemeinschaft gegen West (IGgW) ,Reinhold Schopf und der Arbeitsgemeinschaft (Arge B304) Arnulf Erler informierten sich zum zweiten Bauabschnitt der Westtrasse beim Straßenbauamtsleite Rehm. Demnach liege der Trassenvorentwurf zur Prüfung und Akzeptanz der Kosten beim Verkehrsministerium. Eine Wiederaufnahme der Radunterführung sei beantragt. 2019 erwarte man eine Antwort. Zum Lärmschutz, Weiterlesen

Waldumbau in vollem Gange

Klimawandel und die Trockenheit des Jahres 2018 sind der Fichte tot – so scheint es.

100 jährige Baumriesen haben keine Chance, sich gegen den winzigen Borkenkäfer zur Wehr zu setzen, wenn das Wasser fehlt.
Die Fichte, seit dem 18. Jahrhundert als Brotbaum der Landwirtschaft hoch gelobt, scheint Opfer des Klimawandels zu werden.

Die hier geschlagenen Bäume, im Bayerischen Wald, sind erst der Anfang der diesjährigen Käfer-Durchforstung in einem Waldstück.

Andererseits wird damit wohl zwangsweise eine naturnahere Waldnutzung und mehr Artenreichtum in unseren Wäldern Einzug halten.
Finanziell allerdings ein immenser Schaden für die Bauern.
Holz in diesem Umfang kann kaum noch einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.

kürzlich gefällte Fichtenstämme, Foto UVA

 

Preisverleihung, UVA-Gartenwettbewerb

Viele glückliche Gewinner!
Schöne Prämien für die Teilnehmer an unserem Gartenwettbewerb.

In einem feierlichen Rahmen konnte der Umweltschutzverband am 01. Oktober 2018 zur Preisverleihung einladen.
Viele Teilnehmer sind der Einladung gefolgt und wurden mit schönen Preisen überrascht.

Es ist uns wichtig, dass Engagement für die Natur belohnt wird.
Erster Preis, eine Reise zur Landegartenschau
Zweiter Preis, Besuch des Klosters Raitenhaslach
Dritter  und vierter Preis, Gutschein der Gärtnerei Horizont.
Wobei der zweite Preis und vierte Preis jeweils 2x vergeben wurde.
Wie Gisa Pauli betont, lagen alle Preisanwärter so nahe beieinander, dass es sehr schwer war, die genaue Rangfolge festzulegen.

Alle anderen Teilnehmer erhielten jeweils einen Preis aus der Rubrik „Gutes aus dem Garten“.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern recht Herzlich für die Teilnahme und die Erlaubnis, Ihre Gärten im Rahmen dieses Abends vorstellen zu dürfen.

Der nette Kontakt und die überaus offene Art, welche wir im Rahmen dieses Wettbewerbs erleben durften, war ein überaus eindrucksvolles Erlebnis.
Wir hoffen, dass sich daraus weitere Kontakte und Freundschaften entwickeln.

Überdies bedanken wir uns recht Herzlich für die freundschaftliche Begleitung unserer Gartenaktion durch das Trostberger Tagblatt!

Artikel aus dem TT, 06.10.2018

UVA Gartenwettbewerb

Umweltschonend: Bei Bewässerung und Schädlingsbekämpfung

UVA Preisvergabe: Am 1. Oktober 2018, im Pfaubräu Trostberg,
Beginn: 19.30 Uhr

Trostberg-Seebruck. Zu einer weiteren Besichtigung wurde das Team des Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e.V. (UVA) im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs nach Truchtlaching geführt.

Familie Mayerhöfer Irmengard und Theodor Mayerhöfer in ihrem Garten. Foto: Pauli

Dort leben Irmengard und Theodor Mayerhöfer in einem schön angelegten, für Natur und Mensch, ausgewogenen Hanggarten. Sie gehen mit der Natur verantwortungsvoll um und tragen, laut Vorsitzender Gisa Pauli, nachhaltig zur Umweltververträglichkeit mit einer umweltschonenden Bewässerung und biologischer Schädlingsbekämpfung bei.

                                                 Leidenschaft: Gemüsegarten

Spindelbüsche , Hecke mit Gemüsegarten (im Hintergrund) Eines der Steckenpferde von Theodor Mayerhöfer ist Gemüse anzubauen Foto: Cornelia Leupold

Die Kräuterspirale Foto: Cornelia Leupold

Der Teich Die Katze liebt auch den mit Schilf und Schwertlilien umgebenen Teich Foto: Pauli

Ein Blick in den Garten Das schöngegliederte Hanggrundstück mit kleinen und größeren Pflanzinseln Foto: Pauli

Seit 1975 haben Irmengard und Theodor Mayerhöfer einen etwa 1400 Quadratmeter großen Grund in der Gemeinde Seeon-Seebruck erworben und Jahre der Arbeit in Haus und Garten gesteckt, bis alles so funktionierte und aussah wie heute. Beide kommen aus kinderreichen Bauernfamilien und haben zwei Töchter und 5 Enkeln. Alltäglich ist ihr Leben nicht, denn sie pendeln zwischen Chiemgau und Amerika hin und her. Mayerhöfer ist Hubschrauber- und passionierter Ballonpilot. Sofern es Garten und Wetter zulassen, fährt er den Vereinsballon für gebuchte Fahrten. Immer im Winter treten die rüstigen Rentner den langen Flug nach Florida an, um –wie all die Jahre zuvor- ein Vierteljahr bei ihrer Tochter und den Enkeln zu verbringen. Dort geht ihnen der Garten gar nicht ab. Die Pause empfinden sie eher als erholsam und ihrer Tochter unter die Arme zu greifen sei schön. Doch ohne Garten wollten sie nicht sein. Ihre Rücktour nach Hause werde dann immer so geplant, dass sie bereits im Februar, die ersten Samen ziehen können. Der Gemüsegarten liegt dem Piloten besonders am Herzen. Seine Frau fühlt sich mehr zu  Blumen und Pflanzen hingezogen. Daher ist ihr Garten eine abwechslungsreiche und gelungene Mischung aus buschigen Hecken, Kräuterspirale, kleinere und größere Pflanzinseln, Teichanlage, tierfreundlichen Verstecken, Gewächshäusern und lauschigen Plätzen. Zahlreiche Apfel- und Birnbäume versorgen Bienen und Insekten. Ihr Insektenhaus haben sie liebevoll „Hotel zur wilden Biene“ benannt. In den Bäumen hängen Tontöpfe für Ohrwürmer. Die Brutstätten der Vögel werden mit Baumringe gegen jagende Katzen geschützt. Blühende Blumen- und Staudenbeete mit duftenden Schmetterlingsflieder oder Lavendel, Fingerhut, tränendes Herz, Anemonen, Akeleien und Flockenblumen eifern um begehrte Plätze. Ein Schilfgürtel mit Schwertlilien, Liebesperlenstrauch und Azaleen säumt den Teich. Rund 80 Quadratmeter umfasst der Gemüsebereich. Die Familie versorgt sich selbst. Das Gewächshaus wird mit Solarstrom belüftet und was schmeckt wird angebaut, selbst die empfindliche Aubergine. Ein ausgeklügeltes Solarsystem sorgt für eine Bewässerung der kurzen Wege. Auf dem Grund geschickt verteilt sind die solarbetriebene, unterirdische 3600-Liter Zisterne, Regentonnen und Wassertröge. Per Knopfdruck lassen zwei Solarpumpen das Wasser sprudeln. Doch nicht nur dem Element Wasser zollen sie Respekt, auch mit dem Boden gehen sie verantwortungsvoll um. Schnecken und Schädlinge werden durch biologische Mittel, weiße Fliegen und Spinnmilben durch Mikroorganismen bekämpft. Die Mayerhöfers sind äußerst sorgsam im Umgang mit der Natur und tragen somit nachhaltig zur umweltgerechter Wassereinsparung und Schädlingsbekämpfung bei.

Dörrobstherstellung für Imker

Dörrobst mit dem Sonnenwachsschmelzer herstellen.
Ideal für Imker!

Imker haben ihn: Den Sonnenwachsschmelzer.
Dieser dient dazu, Bienenwaben einzuschmelzen. Arbeitet wie ein Solarkollektor – mit der Sonne.

Im Herbst ist er nicht mehr so oft im Einsatz.
Außer man hat eine weitere Verwendung dafür:
Zur Dörrobstherstellung!
Hat sich die letzten Tage sehr gut bewährt – deshalb möchte ich den Vorschlag veröffentlichen.

Statt Waben wird ein Drahtgitter in den Wachsschmelzer eingelegt.
Darauf das zu trocknende Obst (bei mir Zwetschgen) ausbreiten.
Deckel nicht ganz schließen – ein Brettchen oder Keil unterlegen – damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Nach 3 Tagen sind die Zwetschgen fertig getrocknet.
Die Zwetschgen mit der Haut nach unten einlegen, damit sie nicht am Gitter fest kleben.

Sonnenwachsschmelzer mit Zwetschgen bestückt. Rechts der Keil welcher das Fenster ca. einen Finger breit offen hält. Foto UVA

Sonnenwachsschmelzer mit Zwetschgen bestückt. Zwetschgen liegen auf einem Stahlgitter, welche auf einen Holzrahmen gespannt wurde. Foto UVA

Fenster ca einen Finger breit offen halten – mit Keil oder Brettchen – Foto UVA

Fertig getrocknete Zwetschgen. Zwei Ladungen ergeben bei mir eine Schüssel voller Dörrzwetschgen. Foto UVA

Fertig getrocknete Zwetschgen. Bitte so lange dörren, bis sie keine weichen Stellen mehr haben. Dann halten sie Jahre. Foto UVA

Probieren, bis es für die Natur passt

UVA-Wettbewerb:

Informieren, probieren bis es für die Natur paßt.

Familie Baltin in der Findungsphase – UVA : Ab 2019  Austauschtreffen  mit Naturfreunden

Familie Baltin in ihrem Garten von lks: Anna, Monika, Raimund vorne Samuel Foto: Pauli

Trostberg–Traunreut. Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) war im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs auf dem Weg nach Traunreut. Dort traf das Team auf Monika und Raimund Baltin mit einem Garten, der sich naturnah entwickelt und seine Vorzüge auf den zweiten Blick preisgab. Zu Beginn wurde probiert und verworfen, nicht alles gelang. Doch entmutigt hat das die Familie nicht: Sie bleiben ihren ökologischen Zielen treu. Dafür gab es von der Jury,  so UVA-Vorsitzende Gisa Pauli,  Anerkennung.

Monika und Raimund Baltin leben seit 13 Jahren in Oderberg mit ihren Kindern Anna und Samuel, dem Kater Nobby, den Kaninchens Fiona und Drachine. Damals entschieden sich die jungen Eltern für die „klassische“ Gartenvariante: Terrasse, Rasen, Beete, Kinderspielecke mit Rutsche.


Verhalten änderte sich

 

Der Beeren- und Gemüsegarten Foto: Pauli

Nur auf dem drei bis fünf meterbreiten und zehn metertiefen Streifen des Hanggrundstückes, hat sie die Natur mit einem Wildwuchs beschenkt, den die Baltins unter allen Umständen stehen lassen wollten: Eine Vogelhecke aus wilden Schneeball, Eberesche, Wildkirsche, Hartriegel und Pappeln, die durch ihre gewachsene Wildnis, Dompfaffe, Kleiber, Gelbspötter, Grünfinken, Wachteln, Kohl-, Blaumeisen, Buntspechte sowie Drosseln Schutz und Nahrung bietet. Da es dort immer etwas zu entdecken und beobachten gab, fing Monika Baltin an sich für die Natur zu interessieren. Erst änderte sich die Einstellung, später ihr Verhalten. So war es ihr wichtig, auf umweltverträgliche und gesunde Produkte zu achten und bei regionalen Märkten und Bauern einzukaufen. Auch ihr Bedürfnis, mehr aus ihrem Garten

Wilde Naturhecke am Hang mit Kräuter- und Blumenwiese Foto: Pauli

zu machen, wuchs: Auf der ebenerdigen Terrasse ihres Hanges habe sie eine Bienen- und Schmetterlingswiese ausgesät, die Löwenmäulchen, Johanniskraut, wilde   Pfingströschen, Winden und Gräser hervorbrachte. Um die Samenausbreitung zu fördern wird einmal jährlich, gegen Ende September, gemäht. Rückwärtig zur Terrasse legte sie ein Waldbeet mit schattenverträglichen Anemonen, Lungenkraut, Waldmeister, Waldrebe, Farne, Veilchen und Schlüsselblumen an. Der rotangestrichene, meterhohe Turm lädt Insekten, Flor- und Schwebfliegen ein. Sie habe gelesen, dass die rote Farbe Florfliegen anziehen soll: Ob es zutrifft, wisse sie allerdings nicht. Im liegengelassenen Totholz zeigten sich Spuren von Käferlarven. Blindschleichen und nützliche Kleintiere wie Weberknechte, Tiger-, Spring-, Krabben- und Kreuzspinnen habe sie auch. Mit den Beerensträuchern erweiterten sie ihren gefiederten Freunden das Nahrungsangebot. Als Unt

Das Totholz mit Käferlarven Foto: Cornelia Leupold

erbepflanzung wählte sie Walderdbeeren, um den Boden feucht zu halten. Das funktioniert, bekräftigte sie. Hingegen die Versuche mit Permakultur oder Brennesseljauche enttäuschten sie eher. Die anhaltende Läuseplage hat die Natur geregelt: Jetzt werden die Parasiten von den Meisen gefressen. Für die Schmetterlinge ließ sie ein großes Brennessel-Eck stehen und ärgerte sich, wenn Leute Raupen vernichten, obwohl sie die bunten Falter mögen. Entsetzt sei sie von gentechnisch-veränderten Pflanzen, die keine Samen bilden. Und auch über ged

Das Kräuterbeet mit der Heilpflanze Salbei Foto: Cornelia Leupold

ankenlose Kunden, die mit ihren Käufen, den Trend an Hybriden fördern. Die Baltins sehen sich am Anfang und wissen sehr wohl, dass eine naturnahe Entwicklung auch Zeit braucht. Sie werden weitermachen und dran bleiben, bis es für  die Natur passt.

Eine Oase inmitten von Maiswüsten und totem Land

UVA-Gartenwettbewerb:

Eine 

Oase inmitten von Maiswüsten und totem Land

Michael Kießling erfüllt sich einen Kindheitstraum – Unterstützt Flächenumgestaltung

Die stolzen Besitzer vorm „Voglwuidhang“ (wilde Karde rechts und im Hintergrund) v. lks: Helmut Geisberger (mit Katze Sissi), Michael Kießling Foto: Pauli

Obing: Im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs „Naturnahe Ecken und Gärten“ machte sich der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) nach Pittenhart auf. Dort traf das Team auf Michael Kießling, Helmut Geisberger und einen Garten, den man selten findet: Kreativ, ideenreich, und unkonventionell,beschrieb es Vorsitzende Gisa Pauli. Mit Wegen und Plätzen sind die einzelnen Teilgärten zu einem großen Ganzen verbunden und nehmen durch ihre extreme Vielfalt für Flora und Fauna einen maßgeblichen Stellenwert in Ortsrandlage ein.

2006 hat sich Michael Kießling selbstständig gemacht und einen 2500 Quadratmeter großen Grund gekauft. Dort lebt er mit seinem Ehepartner Helmut Geisberger, den Katzen Sissi und Franzi. Er wuchs in einer kleinen W

ohnung in Traunreut auf. Beim Großvater durfte er -gleich nebenan im Schrebergarten- ein winziges Fleckchen Erde bebauen. Schon als Kind war er der Natur sehr zugetan, lief durch Wiesen und Wälder und erkundete alles, was kreuchte und fleuchte. “Wenn ich einmal einen Garten habe, dann soll es ein Paradies werden“, sagte er als Fünfjähriger. Nach 35 Jahren ging sein Traum in Erfüllung.

Artenschwund bekämpfen

Der selbstreinigende Teich mit Klärbecken Im Zentrum der großen Anlage steht der Teich mit seinen Wegen, Brücken und Stegen. Foto: Cornelia Leupold

Ein striktes Konzept hat Kießling nicht. Er läßt sich inspirieren und versucht zu kombinieren. Stück für Stück setzte er seine Pläne um: Den „Voglwuidhang“, Kiesgarten mit

Bachlauf, heimischer  Pflanz-, Dach- und Exotengarten. Letztes Jahr kam ein selbstreinigender Schwimmteich mit Klärbecken, Brücken und Wegen hinzu, der sein Sortiment an Vielfalt für Pflanzen und Arten noch erweiterte. „Mein Garten ist speziell!“ Lacht und gesteht, dass er für heimische und exotische Pflanzen brennt und viel Wert auf Artenerhalt lege.

Er hat Bäume, die Unterschlupf und Nahrung bieten, heimische und exotische Kostbarkeiten mit prachtvollen Blättern und Samenständen. An extremen Trockenstandorten gedeihen viele Pflanzen, obwohl das Bachbett ausgetrocknet ist. Exoten wie Paulownia, Gleditsia gestalten Bereiche; die Akazie wird von Insekten umschwärmt. Staudenbeete mit Katzenminze, Königskerze, Lavendel, Duft- und Indianernessel reichern das Nahrungsangebot an. Ebenso die Wolfsmilch, weidenblättrige Sennenblume und rotbeerige Berberitze. Leinkraut und kleinwüchsiger Storchenschnabel samen sich auf dem Gelände aus.

Der Exotengarten Auch Exoten wie die Akazie werden von Insekten geliebt. Foto: Cornelia Leupold

Im Dachsteingarten wachsen Karthäusernelken, Alpenleinkraut, Gewürze und Sedum. Sie tragen zum Bestand der Wildbienen und Schwebfliegen bei. Die wilde, üppige Karde im Voglwuidhang, ist ein Magnet und in der Natur eher selten geworden. Bewässert wird ganz ökologisch und nachhaltig aus dem Teich. Er ist gefüllt mit den großen Krebsscheren, ganz klar und ohne Algenblüte. Dort schwirren Libellen, Azurjungfern, Admiral, Kaisermantel, Pfauenauge, Bläuling und Schwalbenschwanz umher. Auch Vögel wie Rotschwänzchen und Bachstelzen finden sich ein. Und: Einen Riesenspaß haben die im Flug nach Wasser schnappenden Rauchschwalben. Das alles wärmt sein Herz. Doch was den Gärtner umtreibt ist der zunehmende Artenschwund. Kießling sieht sich inmitten einer „Maiswüste umgeben von totem Land“. Sein Motor ist der Naturerhalt, nicht nur in seinem Garten. Daher bietet er der Kommune seine tatkräftige Hilfe und finanzielle Unterstützung an, um die Gemeindeflächen naturnah umzugestalten. So könnnen wieder viele  Arten in den Außenrandlagen ökologische Nischen finden.

Der Dachsteingarten Mit seinen vielfältigen Pflanzen trägt er zum Bestand der Wildbienen und Schwebfliegen bei. Foto: Pauli

Der Schwalbenschwanz Besonders freut sich Kießling über den Schwalbenschwanz Foto: Michael Kießling

 

Gottes Geschöpfe wertschätzen       

Statt Gift: Schutz der Erdbienen  und Erdhummeln

Familie Bornmann-Altinger  wünscht ein zurück zur Natur – Sorge um Kinder und Enkel

Trostberg-Stein. Im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs „Naturnahe Ecken und Gärten“ beging der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V.(UVA) seine dritte Besichtigung. Gelandet ist das Team bei Renate Bornmann und Günter Altinger in Stein. Sie wollten keine nutzlosen Pflanzen, kein Gift, nichts was der Natur schadet und haben gehandelt. Das brachte ihnen einen Pluspunkt in der Bewertung ein, merkte Gisa Pauli an. Denn sie haben den Spitz naturnah aufgewertet und mit ihrer Liebe zu Tieren, zu einem dauerhaften, schützenswerten Platz gemacht.

 Gottes Geschöpfe wertschätzen            

Renate Bornmann und Günter Altinger Renate Bornmann und Günter Altinger stehen auf dem Spitz vom dem Insekten Grand- Hotel. Foto: Pauli

Familie Bornmann hat das Haus mit unverbaubaren Bergblick 1970 gekauft. Und es habe der Hausherrin so gefallen, dass frühmorgens die Eichkätzchen bis ins Wohnzimmer eindrangen um ihre Portion Walnüsse einzufordern. Doch als die Steiner Straße bei Hohenester verlagert und begradigt wurde, kamen immer weniger der putzigen Tiere und irgendwann war es mit dem morgendlichen Ritual vorbei. Damals war ihr das allerdings nicht bewußt. Die Bornmanns hatten Pflegekinder zu ihren beiden Söhnen aufgenommen: „Wenig Zeit, viel Gaudi, viel Lärm und keinerlei Gedanken an den Umweltschutz“. Für den Garten wurde gekauft was gefiel, Gift gegen Mäuse, Ameisenpulver,  Unkrautvernichter oder Blattlausspray. Nachgedacht wurde nicht, sagte die Steinerin, Hauptsache es half. Irgendwann jedoch nervten sie die, für ihre Begriffe, viel zu fr

Am Spitz: Ein Wespenhotel Mehrere Vogelhäuser haben die friedlichen Wespen anektiert Foto: Cornelia Leupold

üh gemähten Wiesen, die unendlich weiten Maisfelder, die spärlich wachsenden Blumen. Als ihr Mann starb, fing sie an, ihre für die Natur eher nutzlosen Pflanzen auszutauschen. Sie orientierte sich am Wiesmühler Umweltgarten und merkte, dass sie eine andere Denkweise annahm. Später lernte sie Günter Altinger kennen und nannte es ein großes Glück, mit ihm ökologisch und sozial auf einer Linie zu sein: Beide wollten sich um Menschen  kümmern, die vom Leben vergessen wurden und sich um Tiere bemühen, denen gleiches widerfuhr.

Also wurde der Garten u

Abgedeckte Nistplätze Auch so lassen sich Unterschlüpfe für Eidechsen und Igel gestalten Foto: Pauli

mgekrempelt. Vor dem Eingangsbereich ist  der Grund in Handtuchformat zu einer auslaufenden Spitze geformt. Ideal geeignet für Unterschlüpfe, Verstecke, Insektenhaus und Kompost. Da Insekten Harthölzer brauchen wurde das Material besorgt und Löcher von vier bis neun Millimeter, zehn Zentimeter tief gebohrt – sauber und ohne Spreissel. Dazu Nahrung wie etwa Bleiwurz, Ringelblume, Scheinmohn, Salbei, Rosmarin, Thymian und Hauswurz angeboten. Wie ein Schmetterlingskasten gebaut  oder Tontöpfe für Erdhummeln ausgestattet sein müssen,haben sie sich angelesen. Mit den besonnten, niedrigwachsenden Stauden, Gewürzen und Kräutern kamen die Igel, Eidechsen, Wespen, Erdhummeln und Wildbienen.Deren Plätze werden sorgfältig bewacht und beschützt. Auf der Südseite wurde das Familienschwimmbecken mit Teich und Wassertränke erweitert. Daneben stehen hohe Buschen der durchwachsenen Silphie, auch Becherblume genannt, die den Besitzern

Der Blick in den Südgarten Das Schwimmbecken wurde mit Wassertränke und Teich erweitert. Im Vorder- grund: Die Nahrungsangebote für Vögel und Insekten. Foto: Pauli

Sichtschutz und den Arten Nahrung bietet. Davor wächst der Alant, den Schmetterlinge lieben. Mit Hanf und Sonnenblumen verköstigen sich die Vögel. Vergangenen Winter wurde  zum ersten Mal die nordische Schwanzmeise erblickt.

Was sich die christliche,

Die Ostseite: Vorne: Apfelbäumchen, Malve mit Alant und der gelbblühenden„durchwachsenen Silphie“ im Hintergrund Foto: Pauli

so gläubige Familie wünscht ist, dass der Mensch die Geschöpfe Gottes wertschätzt und einen anderen Umgang mit der Natur pflegt. Den Landverbrauch einzudämmen, keine Pestizide, ökologischen Anbau oder Alternativen zu nützen, sei eine der lebenswichtigen Grundlagen. Renate Bornmann und Günter Altinger hoffen auf ein zurück zur Natur, damit  Kinder  und Enkel eine Zukunft haben. Sie immerhin haben vierzehn davon.

 

 

Artikel im Trostberger Tagblatt, 18.08.2018

UVA-Gartenwettbewerb

UVA-Garten-Wettbewerb:

Ein Blütenmeer und viele Schmetterlingsarten

Ehepaar Hofer verwandelt Garten in ein Biotop 

Bewerbungen können noch bis zum 25. September unter umweltschutzverband@web.de oder an Umweltschutzverband Alztal und Umgebung, Bechtoldstr. 8, 83308 Trostberg eingereicht werden.

 Trostberg. Zu einer weiteren Besichtigung wurde das Team des Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e.V. (UVA) im Rahmen seines Sommer-Wettbewerbs „Naturnahe Ecken und Gärten“ nach Palling geführt. Schon auf den ersten Blick waren die Juroren von der Blumen- und Blütenfülle angetan, merkte UVA-Vorsitzende Gisa Pauli an. Gertraud und Josef Hofer haben über Jahre hinweg einen Garten voller Leben geschaffen. Schritt für Schritt verwandelten sie den einst so dürftig und langweilig bepflanzten Grund in ein üppiges Bienen- und Schmetterlingsbiotop.

Die Familie Hofer in ihrem Garten. Foto: Gisa Pauli

 Unglaubliche Vielfalt

In Oberweißenkirchen leben Gertraud und Josef Hofer. Beide kommen vom Einödhof. Niemals hätten sie in ein kleines Reihenhaus einziehen können. Daher haben sie 1986 ein großes Grundstück gekauft, auf dem es seinerzeit zwei kleine Rosenbeete, wenige Obstbäume, drei hohe Fichten und viele Thujen gab. Die große Bindung zur Natur habe Gertraud von ihrer Großmutter und Mutter geerbt. Ihre Oma war für alles offen und hatte in den Nachkriegsjahren zur Verwunderung und unter skeptischen Blicken der Nachbarn einen Aprikosenbaum gepflanzt. Ihre Liebe zur Natur lebt die Pallingerin in ihrem Garten aus, da stecke sie ihre ganze Energie hinein. Und Josef, ihr Mann, sagt sie, unterstütze das tatkräftig: Er setze ihre Ideen gerne um. So entst

Der blühende Garten im Sommer Ein Blütenmeer in bunten Farben Foto: Cornelia Leupold

anden nach und nach Blumen- und Staudenbeete, Beerensträucher oder Gemüsebeete. Besonders stolz ist sie auf die zuckersüße, gelbe Himbeere, die nicht nur Zweibeinern, sondern auch der Holzwespe schmeckt. Die alten Samen und Sorten brachte sie mit. Einiges zog sie selbst und manches ging von alleine auf. Wo immer Blumen wuchsen, durften sie bleiben. Ein kleiner Teich mit Außenbegrünung wurde angelegt, der Großteil der Thujahecken entfernt, der Osthang für Gartenweg und Staudenbeete aufgefüllt und neue Obstbäume gepflanzt. Mit Kompost und Häckselgut werde gedüngt. Auf ihrem Grund im Schatten ihrer Obstweide stehen zwei freistehende circa zwei mal drei Meter lange und 1,5 Meter hohe Bienenhäuser;sie geben zehn Bienenvölker Unterschlupf. Vier Insektenhotels und sieben Nistkästen hängen geschützt im

Die großen Bienenhäuser stehen im Schatten der Obstbäume. Foto: Reinhold Schopf

Garten. Der kleine Tümpel, etwas abseits, beherbergt Grasfrösche, Berg- und Teichmolche und unter der besonnten Steintreppe fühlen sich seit langem Zauneidechsen wohl, von denen die Familie fünf Jungtiere sichtete.

Im Frühjahr und im Sommer explodiert der Garten: Zwiebeln, Blumen oder Stauden verwandeln ihn in ein wahres Blütenmeer und dicht an dicht gedeihen viele Pflanzen in bunten Farben: Ziest, Skabiose, Beinwell, Mädchen-, Sonnen- und Ochsenauge, Eisen- und Fingerhut, Phlox, Eisenkraut, Witwenblume, Nachtkerze und vieles mehr. Mit der Blütenpracht und dem reichlichen Angebot von Nahrung kamen zeitgleich und immer zahlreicher, die liebenswerten und so selten gewordenen Schmetterlinge wie beispielsweise C-Falter, Schwalbenschwanz, Pfauenauge, Admiral, Permuttfalter, Waldvögelein, kleiner Fuchs und kleiner Feuerfalter. Es ist ein Biotop der Vielfalt, voller Leben und Lebensfreude.

Quelle: Artikel Trostberger Tagblatt, 11.08.2018

UVA Gartenwettbewerb – aktueller Stand

Gelebter Umweltgedanke.

So kann man es  bezeichnen – das, was die Juroren des UVA bei den Gartenbesichtigungen erleben.
Ein Garten ist schöner und für sich in der Form naturnäher als der Andere. Einfach überwältigend!
Man versucht, mit den Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, Kleinode für alle denkbaren Tiere zu schaffen.
Die umgesetzten Ideen sind dabei schon oft „Patentverdächtig“!

Überdies haben die Gartenbesitzer durchwegs für sich die Nachhaltige Lebensweise verinnerlicht.
Das begeistert die Juroren des Umweltschutzverbandes immer wieder auf’s Neue.

Abgesehen davon macht es sehr viel Freude, das Wissen der Gartenbesitzer sprichwörtlich aufzusaugen.
Das geht von der Saatgutvermehrung, Düngen, anlegen von Biotopen, Hühnerhaltung, bis hin zum Räuchern von Lebensmitteln und diversen Kochrezepten.

Als ersten Gartenartikel hat uns das Trostberger Tagblatt die Möglichkeit eröffnet, Familie Polster vorzustellen.
Wir hoffen, dass noch weitere Artikel folgen.

Anbei einige Bilder:

Quelle: UVA; im Gewächshaus

Quelle: UVA; Vogelhaus an der Garage

Quelle: UVA; Fotoaufnahme

Quelle: UVA; Hühner warten auf Fütterung

Quelle: UVA; unzählige Tomatensorten

Quelle: UVA; Libellenlarven aus dem Teich

 

Quelle: Trostberger Tagblatt, Artikel vom 04.08.2018

Quelle: Trostberger Tagblatt, Artikel vom 04.08.2018