Das wahre Gesicht des Bauabschnitt 2, Altenmarkt

Spätestens nach der 3D-Vorstellung des Bauamts ist dem letzten bewusst, um was es hier geht.
Keine Entlastung von Altenmarkt; keine Entlastung von Trostberg oder Traunreut.

Sondern um eine autobahnähnliche Fernstraßenverbindung!

Bericht, Trostberger Tagblatt, 06.10.2021

Verkehrsknoten Ziegelstadl mit autobahnähnlichem Charakter.
Verkehrsleitung zur B20; Palling!

Quelle, Artikel TT, 06.10.21

Leserbrief, 15.10.2021, Trostberger Tagblatt

Straßen kruez und quer durch die Landschaft!
Wohnen auf der Verkehrsinsel!

Quelle; Artikel, TT, 06.10.21
Quelle: Fotomontage UVA

Demonstration gegen Naturzerstörung und immer mehr Straßen!

Die Vorstellung des Bauabschnitt 2, Ortsumfahrung Altenmarkt des Straßenbauamts am 19.10.2021 nehmen wir zum Anlass, unsere Meinung kund zu tun und dagegen zu demonstrieren!

Wo?
In Trostberg, Postsaal; direkt vor dem Haupteingang.
Wann? Dienstag, 19.10.2021 ab 18.15 Uhr !!Bitte spätestens zu diesem Zeitpunkt vor Ort sein!!

Allein durch diese Neutrassierung der B304 werden pro Jahr 4200 Tonnen Co2 zusätzlich frei gesetzt!
Verlärmung des Alztals und Zerstörung einer weiteren und einzigartigen Naturoase!
Niemand kann uns das jemans wieder zurück bringen!
Niemand wird diesen Schaden, der hier angerichtet werden soll, jemals wieder gut machen können!

Tun wir gemeinsam alles, das in unserer Macht steht, um dies zu verhindern!

Schönheitswettbewerb Trostberg und Umgebung

Quelle: Bild, Trostberger Tagblatt, 02.10.2021

Trostberg. So malerisch beziehungsweise fotogen ist Trostberg. Das Bild von der Alz, deren Wasser sich geduldig vor dem Wehrbau sammelt, bevor es sich über die Wehrstufe hinabstürzt, hat Sabine Künzner für den Fotowettbewerb der Stadt eingesendet. Auf den Internetseiten der Stadt (www.stadt-trostberg.de) sind Fotos von diesem kontemplativen Ort zu allen Jahreszeiten zu sehen – und noch viele mehr. Denn der Fotowettbewerb trägt den Titel „Trostberg und die Ortsteile im Wandel der Jahreszeiten“. Den glänzenden kugelrunden Fliegenpilz hat Helga Huber abgelichtet und das Reh in der herbstlichen „Schlucht“ oberhalb des Pflegerwegs in Schedling Ausra Kutkaitiene. Vor mehr als einem Jahr endete der Fotowettbewerb, der im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts durchgeführt wurde. Rund 450 wunderschöne Fotos sind eingegangen. Wegen der Pandemie konnte damals aber keine öffentliche Preisverleihung und Ausstellung stattfinden. In der Zwischenzeit hat die Jury, bestehend aus Bürgern, Gruppen aus Kindertagesstätten, dem ISEK-Beirat und dem Seniorenbeirat, zehn Gewinnerbilder gekürt. Diese ausgewählten Bilder werden nun im Postsaal-Foyer ausgestellt. Die Ausstellung ist geöffnet von Donnerstag bis Sonntag, 7. bis 10. Oktober, jeweils von 15 bis 18 Uhr. Es gilt die 3G-Regel. Die Kontaktdaten werden vor Ort erfasst, und es ist eine medizinische oder FFP2-Maske zu tragen. Die Fotos können auch im Rahmen des normalen Veranstaltungsbetriebs im Postsaal bis Ende Oktober besichtigt werden. Quelle: Textkopie des Artikels aus dem Trostberger Tagblatt, 02.10.2021

Nachfolgender Leserbrief im Trostberger Tagblatt, vom 05.10.2021 sagt alles aus. Nichts ist dem hinzuzufügen.

UVA Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung, Umweltschutzverband Alztal u. Umgebung e. v.

Der Umweltschutzverband Alztal u. Umgebung e. V. hielt am 21.09.2021 im Gasthaus Post, Trostberg die jährliche Hauptversammlung ab.

Der Vorsitzende, Reinhold Schopf, berichtete den zahlreichen Anwesenden über die mannigfaltigen Vereinsaktivitäten des abgelaufenen Jahres.

Quelle: UVA; Treffen mit Bund Naturschutz in Nock

Schon zum Jahresanfang wurden aufgrund weiterer Bestrebungen zur Realisierung einer Salzachbrücke die Gemeinde Palling sowie die Städte Traunreut und Trostberg über die gutachterlich prognostizierte Verkehrserhöhung informiert. So werden für Palling 400 zusätzliche Verkehrsbewegungen prognostiziert. Für den UVA unverständlich, dass man so etwas scheinbar klaglos hinnimmt.
Ein großes Thema sind die geplanten Windkraftanlagen im Siebeneichenforst. Der UVA ist der Meinung, dass solche Anlagen nicht in unsere noch unberührten letzten Wälder gehören. Diese sind viel besser in den Industriegebieten aufgehoben. Aus rechtlicher Sicht spricht nichts gegen diesen Vorschlag. Auch nicht die 10h-Regel. Die Gemeinden haben die Möglichkeit, über Sonderausweisung eine Aufstellung zu genehmigen. Glücklicherweise hat sich inzwischen die Stadt Traunreut unserer Meinung angeschlossen. Eine Aufstellung von Windkraftanlagen im Siebeneichenforst wurde zwischenzeitlich abgelehnt so Schopf.

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PFOA: Gleiches zu Gleichem

Wie geht man mit PFOA-Belastetem Bodenaushub in Burgkirchen und Umgebung um? (Rote Zone)
Wieso gilt das nicht für möglicherweise belastete Futter- und Lebensmittel?

Stichworte im Presseartikel:
Effektiver Schutz von Boden und Grundwasser im Einklang mit dem Umweltrecht
Vermeidung, Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungs- und sonstigen Verwaltungsverfahren
Rechtssicherheit und Verlässlichkeit für künftige Investitionen.

Liest man den Artikel, ist klar:
Das Alles hat bisher im Landratsamt wunderbar funktioniert und so soll es auch bleiben.
Zumindest könnte man die Zeilen so interpretieren.

Die Kosten für einen Abtransport und eine gesicherte Entsorgung von Bodenaushub hat der Bauherr zu tragen und müsste dann versuchen, den Verursacher, die Firma Dyneon im Industriepark Gendorf, in die Pflicht zunehmen. So im dritten Absatz des Artikels zu lesen.

Da aber das Landratsamt der Fa. Dyneon, vermutlich im Rahmen der „Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren“ vor Jahrzehnten die Emission des PFOA in die Umwelt genehmigt hatte, schließt sich hier der Kreis.
Dyneon wird auf das Landratsamt verweisen; das Landratsamt verweist auf Dyneon.

Wie kann es sein, dass nun der Schutz von Boden und Grundwasser plötzlich wichtig ist – obwohl es dies über Jahrzehnte augenscheinlich nicht der Fall war?

Wenn man schon Gleiches zu Gleichem – also das PFOA-Belastete in der „roten Zone“ halten will, stellt sich die Frage, wie es dann mit dem Grundwasser, sowie Nahrungs- und Futtermitteln aussieht?

Laut Untersuchungen des hessischen Landeslabors Wiesbaden nimmt Weidelgras – der Bauern liebstes Kuhfutter PFOA massiv auf. Auch in Weizen und Mais wird dies angereichert. Logischerweise findet sich dann auch in den Eiern PFOA wieder; denn die Hühner fressen den Weizen, gewachsen auf den möglicherweise belasteten Böden.
PFOA, gefunden in Rinder und Schweine-Innereien legt ebenfalls nahe, dass der Weg des PFOA vom Boden über das Futter und dann zum Nahrungsmittel und dann letztendlich zu und Verbrauchern vorhanen ist.

Wenn Gleiches zu Gleichem für den Boden und Grundwasser gelten soll, dann wäre es doch die logische Konsequenz, dass dies auch für die Lebensmittel so sein muss.
Also: Keine unkontrollierte Verfrachtung von Futtermittel und Lebensmittel aus der Roten Zone!

Bisher wurde in der Öffentlichkeit eine Diskussion über die Belastung der Lebensmittel stets vermieden.
Vom Amt für Lebensmittelsicherheit wurde die Gefahr vor einigen Jahren in der Presse verneint, obwohl deren Untersuchungen eine andere Sprache sprechen. (Untersuchungsergebnisse sind im Internet abrufbar.)
Man geht hier augenscheinlich denselben Weg wie beim Trinkwasser.
Auch hier wurde über Jahre hinweg die Situation verheimlicht, bis die Anwohner mit PFOA verseucht waren.

Grafik aus Veröffentlichung, Amt für Lebensmittelsicherheit; Pflanzliche Lebens-und Futtermittel sowie Trinkwasser in Bayern; Eintragspfade in die Nahrungskette



Und das Grundwasser?
Eine der höchsten PFOA-Belastungen im Trinkwasser findet man in Passau.
Wieso? Dort wird aus dem Inn das Trinkwasser gewonnen.
Das PFOA aus Burgkirchen ist gleich mit dabei. In dieser Stadt kein Thema, denn wer denkt denn dort an sowas?

Grafik aus Veröffentlichung, Amt für Lebensmittelsicherheit; Pflanzliche Lebens-und Futtermittel sowie Trinkwasser in Bayern; Eintragspfade in die Nahrungskette

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Artikel Trostberger Tagblatt, 04.09.2021

Umfahrung Obing – nun latentes Hochwasserproblem in der Siedlung

Seit dem Bau der Ortsumfahrung Obing hat man im Siedlungsgebiet, Kienberger Straße ein latentes Hochwasserproblem.
Es hat sich inzwischen eine Interessensgemeinschaft gebildet: www.hochwasser-obing.de

Artikel, Trostberger Tagblatt, 20.08.2021; Wenn Sie den Artikel lesen möchten, bitte auf das Bild klicken

Hat das Bauamt Traunstein für die Hochwasserschäden zu haften?
Der Umweltschutzverband hat in der Stellungnahme zur Baumaßnahme nachweislich auf die Niederschlagswassereinleitung in den See und die möglichen Gefahren hingewiesen.
Laut Straßenbauamt (U1_Erlbericht.pdf, S.75) wurde folgendes behauptet: „Insgesamt ergeben sich daher nur geringe und keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen“
Wir konnten diese Behauptung nie nachvollziehen. Eine genauere Begründung, wieso die Niederschläge angeblich kein Risiko bergen sollen, wurde niemals abgegeben.
Wir sehen die Ignorierung der Umweltauswirkungen im Rahmen des Baus der Ortsumfahrung als grob fahrlässig!
Nach unserer Auffassung hat das Bauamt Traunstein für die verursachten Schäden zu haften.

Auszug aus der Stellungnahme des Umweltschutzverband zur Ortsumfahrung Obing:

15.1 Schutzmaßnahmen für den Obinger See, ibs. Zuflüsse / Querung der Zuflüsse

Lt. Unterlage 18.1 , Wassertechnische Untersuchung, ist der Obinger See ein stehendes Gewässer in unmittelbarer Nähe zu einem Erholungsgebiet – ein Gewässer mit besonderem Schutzbedürfnis nach DWA-M123, Typ G53 (Seite 07)
Es werden mehrere Bäche und Drainagegräben überbaut. (Seite 46)

Die Trasse verläuft nördlich des Sees mit leicht zum See abfallendem Gelände…. (U19-1 LBP Bericht, S. 10, Pkt. 2.1.3)

Der Obinger See wird von Bächen und Oberflächenwasser aus einem Gebiet gespeist, in welchem der Neubau, B304 erfolgen soll.
Der Unterlage 18.1 ist zu entnehmen, dass Straßenabwässer direkt und indirekt in den Obinger See geleitet werden sollen. Es ist nirgends eine Klärung der Wässer von Schadstoffen oder eine Maßnahme zum Schutz des Obinger Sees bei Verkehrsunfällen und austretenden Chemikalien vorgesehen!

Die Feststellung des Vorhabensträgers im Fertigstellungsentwurf (U1_Erlbericht.pdf, S.75)  „Insgesamt ergeben sich daher nur geringe und keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen“ . Dies ist  nicht nachvollziehbar.
 

Es werden damit erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen sowie massive Gefährdungspotentiale für den Obinger See in Kauf genommen.

Nachträgliche Eröffnung Aubergtunnel

Den Chiemgau in Beton und Asphalt gießen!

Trefflicher hätte man die Vorstellungen der angereisten Politprominenz nicht formulieren können!
Straßen, Straßen und nocheinmal Straßen!
Begriffe wie Umweltschutz, Klimawandel, Ressourcenschonung und Belastung immer neuer Anwohner sind den Herren Scheuer, Ramsauer, Rehm sicher Fremdworte.

Man kann nur hoffen, dass Herren dieser Art schnellstens abgewählt werden, bevor sie unseren Chiemgau gänzlich zugrunde richten!

Dass die Eröffnung rechtswidrig ist, stört die Herren nicht im Geringsten, öffentlich zu posieren!
Wurde doch bis Dato nicht einmal die gerichtlich vorgeschriebene Fledermaus-Schutzbepflanzung angelegt.
….Gesetze und Gerichtsurteile gelten nicht für die Herren Ramsauer, Scheuer und Rehm…. das ist nur etwas für die „Kleinen Leute“…. und auch am Eigentum dieser hat man sich nach Lust und Laune bedient ….. werden einfach enteignet … dazu hat man „unabhängige“ Richter beim Landratsamt angestellt…..
Ob das auf Unrecht gebaute Tunnelfundament langfristig zum Guten führt, wird sich zeigen.

Wer den Artikel lesen möchte, bitte auf das Bild klicken.

Artikel, Aubertunnel, Trostberger Tagblatt 21.08.2021

Ungenehmigte Abholzungsaktion am Baugebiet Dieding

Wäldchen am Neubaugebiet in Dieding rücksichtslos abgeholzt!

Wir regen uns über Abholzungsaktionen im brasilianischen Urwald auf!

Aber vor unserer Haustüre ist es nicht anders. Ein Grundeigentümer am Diedinger Neubaugebiet hat ein Naturidyll ohne Genehmigung abgeholzt. Eine Strafe braucht er nicht zu befürchten. Das Gebiet ist als „Wald“ eingestuft.

Herrliche, gesunde Ahorn, Kirschen, Eschen und Strauchwerk sind zum Leidwesen von Natur, Landschaftsbild und Erholungswert der Axt zum Opfer gefallen.

Laut Auskunft der Anwohner rückte im Spätherbst 2020 ein Harvester an, um die Bäume des kleinen Wäldchens zu roden.
Die Anwohner informierten umgehend das Landratsamt Traunstein sowie die Stadtverwaltung Trostberg.
Aber auch die Beamten konnten nichts gegen den Kahlschlag unternehmen.

Wir hoffen, dass der Grundstückseigentümer, eine Immobilienfirma, für diese rücksichtslose Aktion nicht von der Stadt Trostberg mit der Umwidmung des Waldstücks in Baugrundstücke belohnt wird!

So sah das Wäldchen ehemals aus, bevor es vom Eigentümer rücksichtslos gerodet wurde!

Wäldchen beim Baugebiet Dieding vor der Rodung

Beigefügte Fotos zeigen den Zustand im Juni 2021.

So sieht das Wäldchen heute aus!

Bild UVA 2021 Dieding
Bild UVA 2021 Dieding
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Windkraftanlagen in Gewerbegebiete!

Fotomontage UVA: Windkraftanalgen im Gewerbegebiet Hochreit, Stadt TraunreutQuelle: Windatlas Bayern;


Die Stadtrat Traunreut lehnt die Errichtung von Windkraftanlagen im Siebeneichenforst ab!

Der Umweltschutzverband begrüßt die Entscheidung der Stadt Traunreut, die Errichtung von Windrädern im 7-Eichen-Forst abzulehnen.

Damit ist aus unserer Sicht der Weg frei, noch einmal darüber zu diskutieren, ob Windkraftanlagen vielleicht doch besser in unseren Industriegebieten oder an Verkehrstrassen als in unseren letzten noch intakten Waldgebieten aufgehoben sind.

Der Umweltschutzverband ist nicht gegen Windräder.

Wir sind aber gegen die Errichtung von Windrädern in bisher unberührter Natur.

Im Jahr 2019 sind in Deutschland 285.000 Ha Wald aufgrund Sturm und Schädlingsbefall abgestorben.

Die Errichtung von Windrädern verursacht hier weitere Schäden durch Straßenbau, Stromtrassen, Rodung und Folgeschäden sobald der geschlossene Waldbestand aufgerissen wird.

Die aktuellen Wetterereignisse haben uns deutlich gezeigt, wie schnell selbst intakte Waldgebiete von den Naturgewalten zerstört werden können.

Lokal geöffnete Bestände sind diesbezüglich um ein Vielfaches mehr gefährdet.

Betrachtet man den Windatlas Bayern, stellt man fest, dass in unserer Gegend keine einzige Vorrangfläche für Windräder im Bereich der bestmöglichen Windausbeute liegt. Teils liegen diese sogar in fast windfreien Gegenden. Als Konsequenz müssten bei windschwachen Standorten noch mehr und noch höhere Windräder aufgestellt werden, um den notwendigen Strom zu erzeugen.

Wir hatten uns schon immer gefragt, wieso man unbedingt die Windräder im Siebeneichenwald, unserem wertvollsten Naherholungsgebiet, aufstellen muss, wenn diese doch in unseren Industriegebieten besser aufgehoben wären.

Das Windaufkommen in den Gewerbegebieten Hochreit oder Waltersham ist lt. Windatlas Bayern mindestens genauso gut, wie im Siebeneichenforst – nur man braucht dort keine Erschließungsstraße bauen, keine Stromtrasse verlegen und keinen Wald roden.

Sogar die Abnehmer für den Strom befinden sich gleich in der Nachbarschaft.

Und zweifelsohne dienen die Industriegebiete, im Gegensatz zum Wald, nicht der Naherholung.

Wobei die Naherholungsgebiete und unberührten Naturräume in zunehmendem Maße verschwinden – was man von Industrie- und Gewerbegebieten, sowie Verkehrstrassen nicht behaupten kann.

Der Schutz unserer Naturoasen ist daher wichtiger denn je.

Wie den Presseartikeln der letzten Tage zu entnehmen war, hätte die Kommunen die Möglichkeit, unabhängig von der 10H-Regel, Windkraftwerkstandorte im Rahmen einer Positivausweisung, in Verbindung mit einem Lärmgutachten, zu genehmigen.

Wir hoffen, dass man diese aktuelle Chance ergreift und endlich von dem Irrweg abweicht, industrielle Stromerzeugungsanlagen in unberührten Wäldern aufzustellen.

Der Umweltschutzverband ist bereit, an einer Windrad-Standortdiskussion unter Einbeziehung bereits vorhandener Industrie- und Gewerbegebieten teilzunehmen.

Lt. Auskunft unseres Experten ist die aktuellen gesetzliche Regelung wie folgt:

  • Windkraftanlagen sind privilegierte Bauvorhaben und somit (ähnlich wie Kiesgruben) grundsätzlich im Außenbereich zulässig, wenn nicht besondere öffentliche Belange entgegenstehen.
  • In Bayern ist die 10 h-Regel zu beachten, d.h. Mindestabstand zu Wohnbebauungen von mindestens dem 10-fachen der Höhe (wodurch nahezu nirgends Windkraftanlagen zulässig wären).
  • Aber: die Gemeinde kann einen Bebauungsplan aufstellen und ist dabei nicht an die 10 ha-Regel gebunden. (Auch bei einem Bebauungsplan für ein Siedlungsgebiet kann die Gemeinde ja von den Abstandsregeln für Gebäude abweichen.)
  • Also: Auch in Bayern könnten überall Windkraftanlagen geschaffen werden, wenn die Gemeinden entsprechende Bebauungspläne aufstellen würden. Die 10 h-Regel wir doftmals nur als Ausrede benutzt.
  • Warum im Regionalplan Südostoberbayern vor allem Windkraftanlagen-Standorte im Wald vorgesehen wurden, ist nicht verständlich. Möglicherweise sollte der Regionalplan geändert werden!
  • Im Fall Siebeneichenforst ist es keineswegs erforderlich, dass alle drei Gemeinden einen gemeinsamen Bebauungsplan aufstellen. Auch eine Gemeinde allein kann einen Bebauungsplan für ein oder mehrere Windräder aufstellen und ist dabei nicht an die 10 ha-Regel gebunden.
Presseaartikel im Trostberger Tagblatt, 17.08.2021

Schon wieder eine Kiesgrube! 4,6 Hektar, in Rumering

Wie viele Kiesgruben brauchen wir denn noch?
Wann ist endlich schluss damit, unsere Wälder zu roden?
Im Artikel zu lesen: Nach Kiesausbeutung „Aufforstung durch Mischwald“ vermutlich meint das Landratsamt „Ausweisung von Mischgebiet“?

Bitte beachten Sie dazu den Kommentar von Hr. Raepple, unter dem Bild.

Trostberger Tagblatt, 30.06.2021
Wenn Sie den Artikel lesen möchten, bitte darauf klicken.

„Warum eigentlich machen sich 150 Gemeinden und 5 Landkreise die Mühe, für Südostoberbayern einen Regionalplan aufzustellen, in dem sie rechtsverbindlich festlegen, dass der Kiesabbau auf bestimmte Vorrang und Vorbehaltsgebiete konzentriert werden soll, wenn dann jedem Antrag auf anderen Flächen die Genehmigung erteilt wird? So geschieht dies im gesamten nördlichen Chiemgau und jetzt wieder in Schnaitsee-Rumering. Obwohl in dieser Gemeinde eine große Kiesabbau-Vorrangfläche ausgewiesen ist, wird 1,5 km davon entfernt und noch dazu im Wald ein 4,8 ha großer Kiesabbau genehmigt.

Selbstverständlich ist das eine win-win-win-Situation: Der Antragsteller muss sich an keine Vorgaben halten, die Gemeinde kann ohne in ihren eigenen Regionalplan schauen zu müssen an jeder Stelle ihre Zustimmung erteilen und das Landratsamt kann überall genehmigen, wo ein Antrag gestellt wird. Das ist doch bürgernah, oder? Schon allein deshalb, weil wir doch alle den Kies brauchen! Weniger als Baumaterial – da würden ganz geringe Mengen reichen -, sondern vor allem als billiges Auffüll- und Schüttmaterial für Verkehrswege und großflächigen Bodenaustausch in eigentlich ungeeigneten Baugruben.

Verlierer ist halt die Natur und es sind auch die jeweils anderen, die den verursachten Lkw-Verkehr aushalten müssen. Im Fall Schnaitsee sind das bei 600.000 Kubikmetern Kies und einer gleich großen Materialmenge für die Wiederverfüllung mehr als 62.000 Lkw-Ladungen und einschließlich der notwendigen Leerfahrten etwa 125.000 Lkw-Fahrten. Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. wird zurecht von allen Seiten bedrängt, gegen diesen Irrsinn vorzugehen – aber was kann ein kleiner ehrenamtlich betriebener Verband ohne große Finanzmittel hier ausrichten?

Es vergeht kaum ein Monat, in dem das Trostberger Tagblatt nicht über einen neuen Kiesabbau in unserer Heimat berichtet und in den wenigsten Fällen liegen die Abbauflächen in den Vorrang- und Vorbehaltsgebieten des Regionalplans. Also zurück zur Ausgangsfrage: wozu machen Gemeinden und Landkreise den Regionalplan?“

Gerd Raepple
2. Vorsitzender des UVA