PFOA: Gleiches zu Gleichem

Wie geht man mit PFOA-Belastetem Bodenaushub in Burgkirchen und Umgebung um? (Rote Zone)
Wieso gilt das nicht für möglicherweise belastete Futter- und Lebensmittel?

Stichworte im Presseartikel:
Effektiver Schutz von Boden und Grundwasser im Einklang mit dem Umweltrecht
Vermeidung, Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungs- und sonstigen Verwaltungsverfahren
Rechtssicherheit und Verlässlichkeit für künftige Investitionen.

Liest man den Artikel, ist klar:
Das Alles hat bisher im Landratsamt wunderbar funktioniert und so soll es auch bleiben.
Zumindest könnte man die Zeilen so interpretieren.

Die Kosten für einen Abtransport und eine gesicherte Entsorgung von Bodenaushub hat der Bauherr zu tragen und müsste dann versuchen, den Verursacher, die Firma Dyneon im Industriepark Gendorf, in die Pflicht zunehmen. So im dritten Absatz des Artikels zu lesen.

Da aber das Landratsamt der Fa. Dyneon, vermutlich im Rahmen der „Vereinfachung und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren“ vor Jahrzehnten die Emission des PFOA in die Umwelt genehmigt hatte, schließt sich hier der Kreis.
Dyneon wird auf das Landratsamt verweisen; das Landratsamt verweist auf Dyneon.

Wie kann es sein, dass nun der Schutz von Boden und Grundwasser plötzlich wichtig ist – obwohl es dies über Jahrzehnte augenscheinlich nicht der Fall war?

Wenn man schon Gleiches zu Gleichem – also das PFOA-Belastete in der „roten Zone“ halten will, stellt sich die Frage, wie es dann mit dem Grundwasser, sowie Nahrungs- und Futtermitteln aussieht?

Laut Untersuchungen des hessischen Landeslabors Wiesbaden nimmt Weidelgras – der Bauern liebstes Kuhfutter PFOA massiv auf. Auch in Weizen und Mais wird dies angereichert. Logischerweise findet sich dann auch in den Eiern PFOA wieder; denn die Hühner fressen den Weizen, gewachsen auf den möglicherweise belasteten Böden.
PFOA, gefunden in Rinder und Schweine-Innereien legt ebenfalls nahe, dass der Weg des PFOA vom Boden über das Futter und dann zum Nahrungsmittel und dann letztendlich zu und Verbrauchern vorhanen ist.

Wenn Gleiches zu Gleichem für den Boden und Grundwasser gelten soll, dann wäre es doch die logische Konsequenz, dass dies auch für die Lebensmittel so sein muss.
Also: Keine unkontrollierte Verfrachtung von Futtermittel und Lebensmittel aus der Roten Zone!

Bisher wurde in der Öffentlichkeit eine Diskussion über die Belastung der Lebensmittel stets vermieden.
Vom Amt für Lebensmittelsicherheit wurde die Gefahr vor einigen Jahren in der Presse verneint, obwohl deren Untersuchungen eine andere Sprache sprechen. (Untersuchungsergebnisse sind im Internet abrufbar.)
Man geht hier augenscheinlich denselben Weg wie beim Trinkwasser.
Auch hier wurde über Jahre hinweg die Situation verheimlicht, bis die Anwohner mit PFOA verseucht waren.

Grafik aus Veröffentlichung, Amt für Lebensmittelsicherheit; Pflanzliche Lebens-und Futtermittel sowie Trinkwasser in Bayern; Eintragspfade in die Nahrungskette



Und das Grundwasser?
Eine der höchsten PFOA-Belastungen im Trinkwasser findet man in Passau.
Wieso? Dort wird aus dem Inn das Trinkwasser gewonnen.
Das PFOA aus Burgkirchen ist gleich mit dabei. In dieser Stadt kein Thema, denn wer denkt denn dort an sowas?

Grafik aus Veröffentlichung, Amt für Lebensmittelsicherheit; Pflanzliche Lebens-und Futtermittel sowie Trinkwasser in Bayern; Eintragspfade in die Nahrungskette

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Artikel Trostberger Tagblatt, 04.09.2021

Umfahrung Obing – nun latentes Hochwasserproblem in der Siedlung

Seit dem Bau der Ortsumfahrung Obing hat man im Siedlungsgebiet, Kienberger Straße ein latentes Hochwasserproblem.
Es hat sich inzwischen eine Interessensgemeinschaft gebildet: www.hochwasser-obing.de

Artikel, Trostberger Tagblatt, 20.08.2021; Wenn Sie den Artikel lesen möchten, bitte auf das Bild klicken

Hat das Bauamt Traunstein für die Hochwasserschäden zu haften?
Der Umweltschutzverband hat in der Stellungnahme zur Baumaßnahme nachweislich auf die Niederschlagswassereinleitung in den See und die möglichen Gefahren hingewiesen.
Laut Straßenbauamt (U1_Erlbericht.pdf, S.75) wurde folgendes behauptet: „Insgesamt ergeben sich daher nur geringe und keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen“
Wir konnten diese Behauptung nie nachvollziehen. Eine genauere Begründung, wieso die Niederschläge angeblich kein Risiko bergen sollen, wurde niemals abgegeben.
Wir sehen die Ignorierung der Umweltauswirkungen im Rahmen des Baus der Ortsumfahrung als grob fahrlässig!
Nach unserer Auffassung hat das Bauamt Traunstein für die verursachten Schäden zu haften.

Auszug aus der Stellungnahme des Umweltschutzverband zur Ortsumfahrung Obing:

15.1 Schutzmaßnahmen für den Obinger See, ibs. Zuflüsse / Querung der Zuflüsse

Lt. Unterlage 18.1 , Wassertechnische Untersuchung, ist der Obinger See ein stehendes Gewässer in unmittelbarer Nähe zu einem Erholungsgebiet – ein Gewässer mit besonderem Schutzbedürfnis nach DWA-M123, Typ G53 (Seite 07)
Es werden mehrere Bäche und Drainagegräben überbaut. (Seite 46)

Die Trasse verläuft nördlich des Sees mit leicht zum See abfallendem Gelände…. (U19-1 LBP Bericht, S. 10, Pkt. 2.1.3)

Der Obinger See wird von Bächen und Oberflächenwasser aus einem Gebiet gespeist, in welchem der Neubau, B304 erfolgen soll.
Der Unterlage 18.1 ist zu entnehmen, dass Straßenabwässer direkt und indirekt in den Obinger See geleitet werden sollen. Es ist nirgends eine Klärung der Wässer von Schadstoffen oder eine Maßnahme zum Schutz des Obinger Sees bei Verkehrsunfällen und austretenden Chemikalien vorgesehen!

Die Feststellung des Vorhabensträgers im Fertigstellungsentwurf (U1_Erlbericht.pdf, S.75)  „Insgesamt ergeben sich daher nur geringe und keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen“ . Dies ist  nicht nachvollziehbar.
 

Es werden damit erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen sowie massive Gefährdungspotentiale für den Obinger See in Kauf genommen.

Nachträgliche Eröffnung Aubergtunnel

Den Chiemgau in Beton und Asphalt gießen!

Trefflicher hätte man die Vorstellungen der angereisten Politprominenz nicht formulieren können!
Straßen, Straßen und nocheinmal Straßen!
Begriffe wie Umweltschutz, Klimawandel, Ressourcenschonung und Belastung immer neuer Anwohner sind den Herren Scheuer, Ramsauer, Rehm sicher Fremdworte.

Man kann nur hoffen, dass Herren dieser Art schnellstens abgewählt werden, bevor sie unseren Chiemgau gänzlich zugrunde richten!

Dass die Eröffnung rechtswidrig ist, stört die Herren nicht im Geringsten, öffentlich zu posieren!
Wurde doch bis Dato nicht einmal die gerichtlich vorgeschriebene Fledermaus-Schutzbepflanzung angelegt.
….Gesetze und Gerichtsurteile gelten nicht für die Herren Ramsauer, Scheuer und Rehm…. das ist nur etwas für die „Kleinen Leute“…. und auch am Eigentum dieser hat man sich nach Lust und Laune bedient ….. werden einfach enteignet … dazu hat man „unabhängige“ Richter beim Landratsamt angestellt…..
Ob das auf Unrecht gebaute Tunnelfundament langfristig zum Guten führt, wird sich zeigen.

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Artikel, Aubertunnel, Trostberger Tagblatt 21.08.2021

Ungenehmigte Abholzungsaktion am Baugebiet Dieding

Wäldchen am Neubaugebiet in Dieding rücksichtslos abgeholzt!

Wir regen uns über Abholzungsaktionen im brasilianischen Urwald auf!

Aber vor unserer Haustüre ist es nicht anders. Ein Grundeigentümer am Diedinger Neubaugebiet hat ein Naturidyll ohne Genehmigung abgeholzt. Eine Strafe braucht er nicht zu befürchten. Das Gebiet ist als „Wald“ eingestuft.

Herrliche, gesunde Ahorn, Kirschen, Eschen und Strauchwerk sind zum Leidwesen von Natur, Landschaftsbild und Erholungswert der Axt zum Opfer gefallen.

Laut Auskunft der Anwohner rückte im Spätherbst 2020 ein Harvester an, um die Bäume des kleinen Wäldchens zu roden.
Die Anwohner informierten umgehend das Landratsamt Traunstein sowie die Stadtverwaltung Trostberg.
Aber auch die Beamten konnten nichts gegen den Kahlschlag unternehmen.

Wir hoffen, dass der Grundstückseigentümer, eine Immobilienfirma, für diese rücksichtslose Aktion nicht von der Stadt Trostberg mit der Umwidmung des Waldstücks in Baugrundstücke belohnt wird!

So sah das Wäldchen ehemals aus, bevor es vom Eigentümer rücksichtslos gerodet wurde!

Wäldchen beim Baugebiet Dieding vor der Rodung

Beigefügte Fotos zeigen den Zustand im Juni 2021.

So sieht das Wäldchen heute aus!

Bild UVA 2021 Dieding
Bild UVA 2021 Dieding
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Windkraftanlagen in Gewerbegebiete!

Fotomontage UVA: Windkraftanalgen im Gewerbegebiet Hochreit, Stadt TraunreutQuelle: Windatlas Bayern;


Die Stadtrat Traunreut lehnt die Errichtung von Windkraftanlagen im Siebeneichenforst ab!

Der Umweltschutzverband begrüßt die Entscheidung der Stadt Traunreut, die Errichtung von Windrädern im 7-Eichen-Forst abzulehnen.

Damit ist aus unserer Sicht der Weg frei, noch einmal darüber zu diskutieren, ob Windkraftanlagen vielleicht doch besser in unseren Industriegebieten oder an Verkehrstrassen als in unseren letzten noch intakten Waldgebieten aufgehoben sind.

Der Umweltschutzverband ist nicht gegen Windräder.

Wir sind aber gegen die Errichtung von Windrädern in bisher unberührter Natur.

Im Jahr 2019 sind in Deutschland 285.000 Ha Wald aufgrund Sturm und Schädlingsbefall abgestorben.

Die Errichtung von Windrädern verursacht hier weitere Schäden durch Straßenbau, Stromtrassen, Rodung und Folgeschäden sobald der geschlossene Waldbestand aufgerissen wird.

Die aktuellen Wetterereignisse haben uns deutlich gezeigt, wie schnell selbst intakte Waldgebiete von den Naturgewalten zerstört werden können.

Lokal geöffnete Bestände sind diesbezüglich um ein Vielfaches mehr gefährdet.

Betrachtet man den Windatlas Bayern, stellt man fest, dass in unserer Gegend keine einzige Vorrangfläche für Windräder im Bereich der bestmöglichen Windausbeute liegt. Teils liegen diese sogar in fast windfreien Gegenden. Als Konsequenz müssten bei windschwachen Standorten noch mehr und noch höhere Windräder aufgestellt werden, um den notwendigen Strom zu erzeugen.

Wir hatten uns schon immer gefragt, wieso man unbedingt die Windräder im Siebeneichenwald, unserem wertvollsten Naherholungsgebiet, aufstellen muss, wenn diese doch in unseren Industriegebieten besser aufgehoben wären.

Das Windaufkommen in den Gewerbegebieten Hochreit oder Waltersham ist lt. Windatlas Bayern mindestens genauso gut, wie im Siebeneichenforst – nur man braucht dort keine Erschließungsstraße bauen, keine Stromtrasse verlegen und keinen Wald roden.

Sogar die Abnehmer für den Strom befinden sich gleich in der Nachbarschaft.

Und zweifelsohne dienen die Industriegebiete, im Gegensatz zum Wald, nicht der Naherholung.

Wobei die Naherholungsgebiete und unberührten Naturräume in zunehmendem Maße verschwinden – was man von Industrie- und Gewerbegebieten, sowie Verkehrstrassen nicht behaupten kann.

Der Schutz unserer Naturoasen ist daher wichtiger denn je.

Wie den Presseartikeln der letzten Tage zu entnehmen war, hätte die Kommunen die Möglichkeit, unabhängig von der 10H-Regel, Windkraftwerkstandorte im Rahmen einer Positivausweisung, in Verbindung mit einem Lärmgutachten, zu genehmigen.

Wir hoffen, dass man diese aktuelle Chance ergreift und endlich von dem Irrweg abweicht, industrielle Stromerzeugungsanlagen in unberührten Wäldern aufzustellen.

Der Umweltschutzverband ist bereit, an einer Windrad-Standortdiskussion unter Einbeziehung bereits vorhandener Industrie- und Gewerbegebieten teilzunehmen.

Lt. Auskunft unseres Experten ist die aktuellen gesetzliche Regelung wie folgt:

  • Windkraftanlagen sind privilegierte Bauvorhaben und somit (ähnlich wie Kiesgruben) grundsätzlich im Außenbereich zulässig, wenn nicht besondere öffentliche Belange entgegenstehen.
  • In Bayern ist die 10 h-Regel zu beachten, d.h. Mindestabstand zu Wohnbebauungen von mindestens dem 10-fachen der Höhe (wodurch nahezu nirgends Windkraftanlagen zulässig wären).
  • Aber: die Gemeinde kann einen Bebauungsplan aufstellen und ist dabei nicht an die 10 ha-Regel gebunden. (Auch bei einem Bebauungsplan für ein Siedlungsgebiet kann die Gemeinde ja von den Abstandsregeln für Gebäude abweichen.)
  • Also: Auch in Bayern könnten überall Windkraftanlagen geschaffen werden, wenn die Gemeinden entsprechende Bebauungspläne aufstellen würden. Die 10 h-Regel wir doftmals nur als Ausrede benutzt.
  • Warum im Regionalplan Südostoberbayern vor allem Windkraftanlagen-Standorte im Wald vorgesehen wurden, ist nicht verständlich. Möglicherweise sollte der Regionalplan geändert werden!
  • Im Fall Siebeneichenforst ist es keineswegs erforderlich, dass alle drei Gemeinden einen gemeinsamen Bebauungsplan aufstellen. Auch eine Gemeinde allein kann einen Bebauungsplan für ein oder mehrere Windräder aufstellen und ist dabei nicht an die 10 ha-Regel gebunden.
Presseaartikel im Trostberger Tagblatt, 17.08.2021

Schon wieder eine Kiesgrube! 4,6 Hektar, in Rumering

Wie viele Kiesgruben brauchen wir denn noch?
Wann ist endlich schluss damit, unsere Wälder zu roden?
Im Artikel zu lesen: Nach Kiesausbeutung „Aufforstung durch Mischwald“ vermutlich meint das Landratsamt „Ausweisung von Mischgebiet“?

Bitte beachten Sie dazu den Kommentar von Hr. Raepple, unter dem Bild.

Trostberger Tagblatt, 30.06.2021
Wenn Sie den Artikel lesen möchten, bitte darauf klicken.

„Warum eigentlich machen sich 150 Gemeinden und 5 Landkreise die Mühe, für Südostoberbayern einen Regionalplan aufzustellen, in dem sie rechtsverbindlich festlegen, dass der Kiesabbau auf bestimmte Vorrang und Vorbehaltsgebiete konzentriert werden soll, wenn dann jedem Antrag auf anderen Flächen die Genehmigung erteilt wird? So geschieht dies im gesamten nördlichen Chiemgau und jetzt wieder in Schnaitsee-Rumering. Obwohl in dieser Gemeinde eine große Kiesabbau-Vorrangfläche ausgewiesen ist, wird 1,5 km davon entfernt und noch dazu im Wald ein 4,8 ha großer Kiesabbau genehmigt.

Selbstverständlich ist das eine win-win-win-Situation: Der Antragsteller muss sich an keine Vorgaben halten, die Gemeinde kann ohne in ihren eigenen Regionalplan schauen zu müssen an jeder Stelle ihre Zustimmung erteilen und das Landratsamt kann überall genehmigen, wo ein Antrag gestellt wird. Das ist doch bürgernah, oder? Schon allein deshalb, weil wir doch alle den Kies brauchen! Weniger als Baumaterial – da würden ganz geringe Mengen reichen -, sondern vor allem als billiges Auffüll- und Schüttmaterial für Verkehrswege und großflächigen Bodenaustausch in eigentlich ungeeigneten Baugruben.

Verlierer ist halt die Natur und es sind auch die jeweils anderen, die den verursachten Lkw-Verkehr aushalten müssen. Im Fall Schnaitsee sind das bei 600.000 Kubikmetern Kies und einer gleich großen Materialmenge für die Wiederverfüllung mehr als 62.000 Lkw-Ladungen und einschließlich der notwendigen Leerfahrten etwa 125.000 Lkw-Fahrten. Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. wird zurecht von allen Seiten bedrängt, gegen diesen Irrsinn vorzugehen – aber was kann ein kleiner ehrenamtlich betriebener Verband ohne große Finanzmittel hier ausrichten?

Es vergeht kaum ein Monat, in dem das Trostberger Tagblatt nicht über einen neuen Kiesabbau in unserer Heimat berichtet und in den wenigsten Fällen liegen die Abbauflächen in den Vorrang- und Vorbehaltsgebieten des Regionalplans. Also zurück zur Ausgangsfrage: wozu machen Gemeinden und Landkreise den Regionalplan?“

Gerd Raepple
2. Vorsitzender des UVA

Nachwuchszoologen im Feldeinsatz

„Ich bin Schorschi und ich interessiere mich sehr für die Natur. Und das ist mein Freund Marvin“! Es ist 20.30 Uhr, Samstag, der 10. April. Die beiden Burschen aus Traunreut sind noch kaum aus dem Auto ausgestiegen, schon geben sie die Richtung für die abendliche Krötensammelaktion vor. Das kann ja lustig werden!
Nur eine ganz kurze Einführung wie alles ablaufen könnte, für die begleitenden Mütter natürlich. Das vorbereitete Regiebuch kann zugeklappt werden, Schorschi und Marvin sind schon unterwegs.

Die Nachwuchszoologen in ihrem Element. Mit der Briefmarkenlupe näher am Objekt. Lebhafte Schwimmer im Gurkenglas. Während sich bei den Kaulquappen die Beine entwickeln, bildet sich der Ruderschwanz schrittweise zurück – so berichtigt Schorschi meine Erklärung. Marvin und Schorschi (von links nach rechts); Foto UVA

Gleich am ersten Fangeimer werden sie fündig, u.a. auch ein bereits verpaartes Krötenpaar. Schorschi äußert sich dazu zunächst nicht. 12 Grad Abendtemperatur sind gute Voraussetzungen und so lassen sich dann insgesamt 24 Erdkröten einsammeln. Im Eimer wird es etwas eng, was sich in Quängelei der Kröten akustisch bemerkbar macht. Marvin macht seinen Freund Schorschi darauf aufmerksam, worauf dieser sprachgewandt antwortet: Die kommunizieren miteinander!
Am Laichgewässer angekommen werden nun die Kröten mit etwas Abstand zum Teich griffsicher aus dem Eimer geholt und abgesetzt. Wir notieren für das Sammelprotokoll: 16 Männchen, 6 Weibchen und ein Paar. Schorschi souverän: Die paaren sich ja noch immer! Das lebhafte Treiben der beiden Buben am Teichrand

  • meine Frau und ich haben die Luft angehalten – ging zum Glück ohne Platscher ab.

Schorschi und Marvin wollten nun wissen, wie sich ihr Sammelergebnis weiter entwickelt hat. Am Samstag, den 12. Juni haben sie das Laichgewässer aufgesucht und die kleinen Kaulquappen zunächst vom Ufer aus aufmerksam inspiziert. Die Laborausrüstung für den Feldeinsatz kam aus dem Haushalt des „Veranstalters“, Familie Schönberger. Ein Putzeimer als Zwischendepot, das Nudelsieb an einer Stange angeschraubt als Fangeinrichtung, die Salatschüssel aus Glas als Beobachtungs-Schauobjekt, ein Suppenlöffel, die Briefmarkenlupe für genauere Begutachtung. Damit ausgerüstet waren sie nun voll in ihrem Element! Auch im kommenden Frühjahr, wenn der „Helferkreis“ in Engertsham den Schutzzaun aufbaut und betreut, freuen wir uns über zukünftige Naturforscher.

Was hat die diesjährige Sammelaktion ausgezeichnet? Der Renner waren die 6 abendlichen Kontrollgänge mit 13 Kindern aus Trostberg, Traunreut und Traunwalchen. Der Bericht im Trostberger Tagblatt vom 31. März Das könnte ich jeden Abend machen, erwies sich als wahrer Türöffner!

450 m Krötenschutzzaun fertig für die Abholung und Einlagerung im Landkreis-Bauhof. Von links nach rechts: Robert Hesse, Karl Schönberger, Reinhold Schopf, Andrea Rieplhuber, Brigitte Güthner, Sarah Fischbacher, nicht im Bild der Fotograf Franz Lichtenwimmer; Foto UVA
Steilwand, ein unüberwindbares Hindernis für die Rückwanderung. Unnötige Behinderungen auch im „ruhenden Verkehr“; Foto UVA
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Rückschau zur Amphibienwanderung 2021; Engertsham

Die Amphibienwanderung war u.a. durch die niederen Temperaturen im März, besonders aber durch den lang anhaltenden Kälteeinbruch im April gekennzeichnet. Durch die „Bewerbung“ unserer Schutzaktion durch eine Lehrkraft an der Grundschule in Traunwalchen (*), als auch durch die Berichterstattung im Trostberger Tagblatt haben 13 Kinder in Begleitung der Eltern (6 Familen) an den abendlichen Kontrollgängen mit Begeisterung teilgenommen.

(*)  Familien können an den kommenden Wochenenden den Ehrenamtlichen morgens oder abends begleiten, um den erst kürzlich installierten Krötenschutzzaun in Engertsham (bei Trostberg) zu kontrollieren und den Tieren auf der Wanderschaft über die Straße helfen…. 

Im Orstbereich von Engertsham findet in Süd-Nordrichtung ebenfalls eine merkliche Krötenwanderung statt. Die hohen Geschwindigkeiten durch die Verkehrsteilnehmer lassen aber besonders in den Abendstunden ein Einsammeln von Erdkröten nur sehr eingeschränkt zu! Hier steht der Personen-Eigenschutz im Vordergrund! 

Am Ortsausgang, in Richtung „Kapser Graben“, wird ebenfalls die TS 26 weiträumig von Amphibien überquert.

Die bisher erfolgte Beschilderung mit dem Zeichen „Kröte“ und „70“ halten wir für unzureichend!

Foto Umweltschutzverband; Verkehrsbeschilderung

Ortsende Engertsham in Richtung Trostberg (vor Herrenholz):

Die Amphibien wandern in der Dämmerung und in der Nacht! Also wäre hier der zeitliche Hinweis „20 bis 6 Uhr“ fachlich angebracht. Und „70“ überlebt keine Erdkröte!!! Nach Ende der Amphibienwanderung besteht hier keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr.  

Bild unten: Ortsende von Engertsham in Richtung „Kapser Graben“ / Palling: Bei dieser Art der Beschilderung fragt sich der Autofahren, warum hier im „Frühjahr“ ausnahmsweise auch tagsüber die Kröten wander! 

Foto Umweltschutzverband; Richtung Palling; Kapser Graben

Nach der Amphibienwanderung besteht bis zur Senke „Kapser Graben / Walddurchfahrt“ keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzung mehr.

Foto Umweltschutzverband; Richtung Kapser Graben

Bei diesen Geschwindigkeiten haben die Amphibien weder auf der Fahrbahn, noch am Straßenrand eine Überlebenschance und Kontrollgänge verbieten sich hier grundsätzlich!

Unverständlich ist jedoch auch, warum nicht das Zusatzzeichen mit dem Hinweis 20 bis 6 Uhr angebracht wird.

Die Amphibienwanderung findet in der Dämmerung und in den Nachtstunden statt. 

Wir werden dieses Thema nun auch mit Nachdruck an den Bund Naturschutz in Bayern herantragen, da wir dessen bisherige „Veröffentlichungspraxis“ als unzureichend erachten. 

Ausweisung von Kies-Konzentrationsflächen in Seeon

die Meldungen in der lokalen Presse über neue Kiesabbauflächen im Chiemgau reißen nicht ab.
Wir, der Umweltschutzverband Alztal u. Umgebung e. V. verfolgen diese Entwicklung mit größter Sorge.
Die Ausbeutung dieser inzwischen weltweit knappen Ressource, ohne Rücksicht auf die Interessen künftiger Generationen, widerspricht jeglicher nachhaltigen und verantwortungsvollen Lebensweise.
Von den Folgen für Natur, Wasserhaushalt, und Anwohner im weitem Umkreis ganz abgesehen.
Kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht angemahnt, im Interesse künftiger Generationen, die Klimaziele einzuhalten.
Die Ausbeutung unserer Kies-Ressourcen voran zu treiben, als hätte alleinig nur unsere Generation ein Anrecht darauf, widerspricht nach unserer Auffassung dem Geist des aktuellen Urteils.
Folgende Presseerklärung haben wir heute veröffentlicht:

Presseerklärung
zur Ausweisung von Kiesabbau-Konzentrationszonen in Seeon
Umweltschutzverband gibt nicht auf
Seit drei Jahren versucht die Gemeinde Seeon-Seebruck den Kiesabbau in den Griff zu bekommen. Ob sie dabei richtig beraten ist, bezweifelt der UVA.

Bild, UVA, Grünweg
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Aubergtunnel-Öffnung nach Einschätzung von 2 unabhängigen Anwälten, rechtswidrig!

Das Schreiben des Umweltschutzverband Alztal u. Umgebung e. V. an Hr. Bundespräsident Steinmeier wurde an die Presse zur Information verteilt.

Zu unserer Überraschung wurden in unserer örtlichen Presse Argumente des Bauamts zu unserer Stellungnahme veröffentlicht, welche aus unserer Sicht Korrekturbedarf hatten.
So wurde die Tunnelöffnung von Seite des Bauamts als rechtskonform dargestellt, obwohl es einen klaren Gerichtsbeschluss gibt und dies von 2 unabhängigen Anwälten als rechtswidrig eingestuft wird.
Eine rechtliche Untermauerung der Behauptung des Bauamts fehlt.

Auch der Enteignungsvorgang, welcher bis heute nicht abgeschlossen ist, stellt nach unserer Meinung einen absolut unzulässigen Eingriff in das Privatrecht dar.
Wir fragen uns, wie so etwas in einem Rechtsstaat überhaupt möglich sein darf!
Grundstück enteignen und nichts dafür bezahlen!
Den Vorgang über Jahre hinweg verschleppen!

Statt unsere Leserbriefe zu veröffentlichen, wurde nachfolgender Artikel veröffentlicht:
Für den Umweltschutzverband keine Frage:
Die Tunnelöffnung ist und bleibt nach Einschätzung des UVA ein rechtswidriger Vorgang!

Artikel, Trostberger Tagblatt, 27.03.2021

Der erste Artikel war folgender:

Artikel, Trostberger Tagblatt, 02.03.2021 Wenn Sie den Artikel lesen möchten, bitte darauf klicken.