Probieren, bis es für die Natur passt

UVA-Wettbewerb:

Informieren, probieren bis es für die Natur paßt.

Familie Baltin in der Findungsphase – UVA : Ab 2019  Austauschtreffen  mit Naturfreunden

Familie Baltin in ihrem Garten von lks: Anna, Monika, Raimund vorne Samuel Foto: Pauli

Trostberg–Traunreut. Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) war im Rahmen des Sommer-Wettbewerbs auf dem Weg nach Traunreut. Dort traf das Team auf Monika und Raimund Baltin mit einem Garten, der sich naturnah entwickelt und seine Vorzüge auf den zweiten Blick preisgab. Zu Beginn wurde probiert und verworfen, nicht alles gelang. Doch entmutigt hat das die Familie nicht: Sie bleiben ihren ökologischen Zielen treu. Dafür gab es von der Jury,  so UVA-Vorsitzende Gisa Pauli,  Anerkennung.

Monika und Raimund Baltin leben seit 13 Jahren in Oderberg mit ihren Kindern Anna und Samuel, dem Kater Nobby, den Kaninchens Fiona und Drachine. Damals entschieden sich die jungen Eltern für die „klassische“ Gartenvariante: Terrasse, Rasen, Beete, Kinderspielecke mit Rutsche.


Verhalten änderte sich

 

Der Beeren- und Gemüsegarten Foto: Pauli

Nur auf dem drei bis fünf meterbreiten und zehn metertiefen Streifen des Hanggrundstückes, hat sie die Natur mit einem Wildwuchs beschenkt, den die Baltins unter allen Umständen stehen lassen wollten: Eine Vogelhecke aus wilden Schneeball, Eberesche, Wildkirsche, Hartriegel und Pappeln, die durch ihre gewachsene Wildnis, Dompfaffe, Kleiber, Gelbspötter, Grünfinken, Wachteln, Kohl-, Blaumeisen, Buntspechte sowie Drosseln Schutz und Nahrung bietet. Da es dort immer etwas zu entdecken und beobachten gab, fing Monika Baltin an sich für die Natur zu interessieren. Erst änderte sich die Einstellung, später ihr Verhalten. So war es ihr wichtig, auf umweltverträgliche und gesunde Produkte zu achten und bei regionalen Märkten und Bauern einzukaufen. Auch ihr Bedürfnis, mehr aus ihrem Garten

Wilde Naturhecke am Hang mit Kräuter- und Blumenwiese Foto: Pauli

zu machen, wuchs: Auf der ebenerdigen Terrasse ihres Hanges habe sie eine Bienen- und Schmetterlingswiese ausgesät, die Löwenmäulchen, Johanniskraut, wilde   Pfingströschen, Winden und Gräser hervorbrachte. Um die Samenausbreitung zu fördern wird einmal jährlich, gegen Ende September, gemäht. Rückwärtig zur Terrasse legte sie ein Waldbeet mit schattenverträglichen Anemonen, Lungenkraut, Waldmeister, Waldrebe, Farne, Veilchen und Schlüsselblumen an. Der rotangestrichene, meterhohe Turm lädt Insekten, Flor- und Schwebfliegen ein. Sie habe gelesen, dass die rote Farbe Florfliegen anziehen soll: Ob es zutrifft, wisse sie allerdings nicht. Im liegengelassenen Totholz zeigten sich Spuren von Käferlarven. Blindschleichen und nützliche Kleintiere wie Weberknechte, Tiger-, Spring-, Krabben- und Kreuzspinnen habe sie auch. Mit den Beerensträuchern erweiterten sie ihren gefiederten Freunden das Nahrungsangebot. Als Unt

Das Totholz mit Käferlarven Foto: Cornelia Leupold

erbepflanzung wählte sie Walderdbeeren, um den Boden feucht zu halten. Das funktioniert, bekräftigte sie. Hingegen die Versuche mit Permakultur oder Brennesseljauche enttäuschten sie eher. Die anhaltende Läuseplage hat die Natur geregelt: Jetzt werden die Parasiten von den Meisen gefressen. Für die Schmetterlinge ließ sie ein großes Brennessel-Eck stehen und ärgerte sich, wenn Leute Raupen vernichten, obwohl sie die bunten Falter mögen. Entsetzt sei sie von gentechnisch-veränderten Pflanzen, die keine Samen bilden. Und auch über ged

Das Kräuterbeet mit der Heilpflanze Salbei Foto: Cornelia Leupold

ankenlose Kunden, die mit ihren Käufen, den Trend an Hybriden fördern. Die Baltins sehen sich am Anfang und wissen sehr wohl, dass eine naturnahe Entwicklung auch Zeit braucht. Sie werden weitermachen und dran bleiben, bis es für  die Natur passt.

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