PFOA – Thematik – Folgen unabsehbar und langfristig

Perfluoroktansäure: 
Inzwischen bei der örtlichen Bevölkerung in Burgkirchen und Umgebung „hautnah“ angekommen.
Der Kreistag hat großräumige Blutuntersuchungen veranlasst (Bericht Trostberger Tagblatt).

Burghausen – an Attraktivität und Lebensqualität kaum zu überbieten. Im Hintergrund das Chemiewerk, Quelle des Reichtums der Stadt.

Der UVA beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Thematik.
Auskunft zu dem Thema hat der UVA vom Landratsamt Altötting bisher nicht erhalten.

Adona, der Nachfolgestoff von PFOA, kommt und ist ebenfalls bereits nachweisbar (Bericht Trostberger Tagblatt).
Angeblich kein Problem mit den produzierten Lebensmitteln im Bereich Burgkirchen. So wird behauptet.
Lt. Bericht, TT, können Innereien der Wildschweine seit über 6 Jahren nicht mehr verzehrt werden, da die Belastung mit PFOA zu hoch sei.
Muss man sich fragen, wie es denn hier bei den Menschen aussieht. Verzehren sie doch auch Kartoffel und Gemüse aus der Region. Angeblich völlig unbedenklich. Aber woher haben dann die Schweine ihre Belastung?

Das und vieles mehr wollte der Umweltschutzverband aus Erster Hand wissen und hat dazu Hr. Dr. Langhammer, Infraserv Gendorf, zur Hauptversammlung 2017 eingeladen.

Folgendes Schreiben sandten wir am 15.11.2017 an die Firma InfraServ:

Sehr geehrter Dr. Bernhard Langhammer,

danke für Ihre Einladung zum Umwelt-Info-Tag der Infra-Serv am 6. 11. 2017. Da wir nicht teilgenommen haben, bitten wir zu entschuldigen, dass keine Absage erfolgt ist. Wir waren nach internen Diskussionen über den Pressebericht vom 7.10.2017 im Trostberger Tagblatt, bzw. Alt-/Neuöttinger Anzeiger im Zwiespalt über unsere Teilnahme. Insbesondere darüber, was wir bei einem erneuten Besuch in ihrem Haus erreichen können. Die Zusicherungen des Werks Gendorf im
Rahmen des Anhörungsverfahrens zur Brauchwasserentnahme (55 Mio. m3/a), umgehend die Wasserförderung mit Aktivkohlefilter vollumfänglich abzusichern, wurde bisher nicht umgesetzt. Hier hat die Infra-Serv wohl Initiative gezeigt, die betroffenen Brunnen mit Aktivkohlefilter auszustatten, aber die zuständigen Behörden haben dem Anliegen keine besondere Dringlichkeit beigemessen. Inwieweit nun die Infra-Serv diese Dringlichkeit herausgestellt hat, wissen wir natürlich nicht. Fakt jedenfalls ist, dass für die Sicherheit des Trinkwassers der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Altötting bislang keine Schritte eingeleitet worden sind.
Sehr geehrte Dr. Langhammer, Sie wissen, wie sehr der Umweltschutzverband Alztal mit der Wasserentnahme in Höhe von 55 Mio.Kubikmetern und einer Entnahme auf weitere 30 Jahre gerungen hat. Hinsichtlich der nun seit 2006 durch Greenpeace veröffentlichten Rückstände von Perfluoroktansäure im Trinkwasser und der daraus entstandenen Probleme hätte der UVA erwartet, dass ein schnelles Handeln von Seiten der Behörden, Politik und von Seiten des Verursachers selbstverständlich ist. Dazu gingen Jahre zuvor bedenkliche Ereignisse voraus:

– Im November 2016 wurde der dritte Trinkwasserbrunnen im Landkreis Altötting abgeschaltet.

– In den Böden im Landkreis liegen zwischen fünf und neun Tonnen dieses Stoffes, der von 1968 bis 2008 im Produktionsprozess bei Dyneon verwendet wurde. Wie festgestellt wurde,

  werde die Konzentration in Grundwasser und Böden ihren Höchstwert erst 2031 erreichen.

– Über den Nachfolgestoff ADONA (Verwendung seit 2009) äußert sich Umweltchemiker Thorsten Stahl vom Hessischen Landeslabor bedenklich: „Adona ist persistent und

  gefährlich“. Eine Entwarnung zum Nachfolgestoff ist das nicht. Von daher ist eine wissenschaftliche Untersuchung unablässig.

Es geht um die Trinkwasserbrunnen für Altötting, Neuötting, Marktl, Stammham und Haiming, Burgkirchen, Kastl und Tüßling. Also um die Trinkwasserversorgung von rund 44.000 Menschen. Unter diesen Gegebenheiten werden mit einer weiteren langfristigen Genehmigung die Umweltprobleme nicht kleiner, unsere Sorge zu Natur und Mensch jedoch größer.

Durch die aktuelle Berichterstattung im Trostberger Tagblatt, Alt-/Neuöttinger Anzeiger vom 8. 11.2017 über die weit überhöhten PFOA-Werte im Blut von Emmertinger Bürgerinnen und Bürgern, erhält die von Ihnen im Jahr 2016 angekündigte Maßnahme neues Gewicht. Sich auf Verzögerungen im Genehmigungsverfahren zu berufen, erscheint uns äußerst fragwürdig. Wir nehmen an, dass Sie bei Maßnahmen, die dem Wohl des Industrieparks dienen, Mittel und Wege wissen, diese schnell und mit Nachruck durchzusetzen. Dies sollte auch möglich sein bei Maßnahmen, die dem Wohl der Menschen dienen.

Übrigens: Bei der UVA-Anwesenheit zur Deichsanierung in Emmerting Januar 2016 wurde zur Bodenbelastung mitgeteilt, dass die PFOA-Belastung des Oberbodens bereits eine Tiefe von 30 Zentimetern erreicht hat. In Anbetracht der aktuellen Situation tauchen unsere damaligen Fragen wieder auf, ob die Grundstücke um Gendorf herum sowie die Lebensmittelprodukte besondere Schadstoffkonzentrationen aufweisen. Bislang haben wir dazu keine Antwort erhalten.

Um Ihre Sichtweise zur aktuellen Situation zu hören und über die weitere Gangart der Infra-Serv informiert zu sein, laden wir Sie und Ihr Team zu einer Stellungnahme zu unserer Jahreshauptversammlung                                  

in Trostberg, am Montag, den 4. Dez. 2017 um 20 Uhr im Gasthaus Pfaubräu im Nebenzimmer ein.

Falls Sie diesen Termin nicht einrichten können, bitten wir Sie bis zum 30. November 2017 uns eine schriftliche Stellungnahme zu schicken, wie Ihre Firma die Gesundheit und die

Trinkwasser-Sicherheit für den Landkreis AÖ bewerkstelligen möchte.

 

 

Mit freundlichem Gruß

Gisa Pauli

UVA-Vorsitzende

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