UVA Hauptversammlung 2018

UVA:  Artensterben und Ausbeute machen Einmischung notwendig!

Zum Flächenfraß: Seeon plant 70 Hektar Kiesabbau – Zum Lärmschutz: Grenzwert wird eingehalten!

Beim UVA hat sich das Kernteam zu aktuellen Themen vergrößert: jeweils von links: 1. Reihe: Cornelia Leupold, Reinhold Schopf 2. Reihe: Gerd Raepple, Gisa Pauli, Andreas Herden 3. Reihe: Eike Bunk, Helmut Uber 4. Reihe: Arnulf Erler, Stella Erler, Miachael Kießling. Alfred Huber ist nicht auf dem Bild. Foto UVA

 

 

 

Trostberg. Ein aktives und einsatzreiches Jahr liegt hinter dem Umweltschutzverband Altzal und Umgebung e.V. (UVA). In seinem Rückblick zur Jahreshauptversammlung stand der lokale und regionale Schutz von Natur und Heimat im Vordergrund. Mit dem Artenschwund seien die Umweltverbände gefordert, so Gisa Pauli. Bei Verkehr und Lärm habe man sich mit Lärmschutz und Planung beschäftigt und müsse sich ab nächstes Jahr intensiv mit dem Trassenverlauf des zweiten Bauabschnittes auseinandersetzen. Beachtliche Anerkennung fand der Gartenwettbewerb „Naturnahe Ecken und Gärten“. Und: Ab 2019 wird sich das Kernteam  zu aktuellen Themen erweitern.

Die Erkenntnisse zu Glyphosat, Pestizide und Artensterben habe den Verein aufgerüttelt. Man unterstützte Petitionen und forderte ein sofortiges Verbot. Alles dem Verbraucher zu überlassen, erschien zuwenig, erklärte die Vorsitzende. So kam es zur Idee, für Artenschutz in heimischen Gärten zu werben und Modelle naturnaher Gestaltung mitzuliefern. Und das kam gut an! Für eine grüne und lebenswerte Wohnstadt beteiligte sich die Vorstandsspitze bei ISEK. Das Bekenntnis der Stadt auf Pestizide zu verzichten erfreut. Jedoch könnte mit Umgestaltung ökologischer Nischen auf städtischem Grund und einer Baumschutzverordnung für Gartenbesitzer mehr gegen das Artensterben getan werden. Umweltzerstörung und Verlust der Lebensqualität seien deutlich spürbar, was die Leute in den Verband hineintreibt. So beklagten Trostberger zu innerstädtischen Verdichtungen, die Abstandsflächen gingen auf Kosten von Qualität und Grünzonen.Zu den Verkehrs- und Lärmproblemen fühlen sich die Bewohner seit langem von der Stadt ausgegrenzt. Zu den PFOA-Werten im Trinkwasser formierte sich geballter Widerstand. Hier befürchte auch der Verein noch unabsehbare Probleme auf den 55 Hektar belasteten Gebiet. Der UVA regte an, Quellen zu erschließen und forderte eine wissenschaftliche Untersuchung zum umstrittenen Ersatzstoff ADONA. Aber auch der Ausverkauf der Natur und rücksichtslose Ausbeute machen die Einmischung regional und bundesweit notwendig, erklärte Pauli. So sei man  an Natura 2000, Plastikmüll, Freihandel, Klimaschutz und Umweltprozessen beteiligt.

Stella Erler ging auf CETA  und JEFTA  sowie deren Machtspiele ein. Das alles müsse man öffentlich machen! Als „unglaublich“ empfand sie JEFTA`s Aussage, der Klimaschutz dürfe nicht zu Lasten von Wirtschaft und Handel gehen.

 Kein Lärmschutz für Anwohner

Die BI-Sprecher der Interessengemeinschaft gegen West (IGgW) ,Reinhold Schopf und der Arbeitsgemeinschaft (Arge B304) Arnulf Erler informierten sich zum zweiten Bauabschnitt der Westtrasse beim Straßenbauamtsleite Rehm. Demnach liege der Trassenvorentwurf zur Prüfung und Akzeptanz der Kosten beim Verkehrsministerium. Eine Wiederaufnahme der Radunterführung sei beantragt. 2019 erwarte man eine Antwort. Zum Lärmschutz, so Schopf, würden laut Amt die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten. Von daher bestehe für das Amt keine Veranlassung etwas zu verbessern. Das heißt, dass sich die Bürger der Gemeinden mit ihrer Stadt verständigen müssen. Erler ergänzte zum Radweg in Stein, dass laut Rehm, die beengten Verhältnisse keine Schutzmaßnahmen zulassen. Eike Bunk erinnerte, dass die BI`s seit Jahren auf die Belastung durch die Trasse hinweise. Sie habe Verkehr, Lärmpegel und Folgen einer autobahnähnlichen Frequenz aufgezeigt, was alle Trostberger angehe. Zudem wurde ein Foto der Trassenführung angefertigt und an Haushalte verteilt. Auf Nachfrage zum Trassenverlauf teilte Bürgermeister Schleid mit, dass ihm die Pläne nicht vorliegen. Cornelia Leupold vom Obinger Weg, führte aus, dass die Obinger Trasse schon in der Landschaft sichtbar sei. Derzeit werde der Wald an dem östlichen Anschluss der neuen Trasse gerodet. Die geforderte Ausgleichspflanzung von zwei Hektar wurde vorgenommen. Die angebotene Unterpflanzung -zur Eindämmung des gefährlichen Sturmwurfs- wurde von den Waldbesitzern nicht in Anspruch genommen. 2020 soll die Umfahrung fertig sein. Mit ihr werden sieben Hektar versiegelt. Leupold kritisierte, wie Landschaft als Verfügungsmasse und Werte abqualifiziert werden.

 2019: Naturprojekte intensivieren

Eine größere Gruppe aus Seeon, die keinen Gefallen an der beabsichtigten Planung ihrer Gemeinde zeigte, war zu Gast. Sprecher Gerd Raepple informierte, dass durch den geplanten Kiesabbau mit einem maximalen Umfang von 70 Hektar eine Ausweisung stattfinde, die fast der doppelten Größe des Seeoner Sees entspricht. Würden alle 150 Gemeinden der Empfehlung des Landratsamtes folgen, ergäbe sich eine Zusatzausweisung von 10.000 Hektar über die bedarfsgerechte Kies-Eintragung des Regionalplans hinaus. Dies sei nur relevant bei einem internatiolen Ausbau des Kiesmarktes. Doch auch für den regionalen Markt sei eine große Flächenausweisung von Vorteil: Es würden die Bodenpreise sinken; die Bodenverfügbarkeit und Plansicherheit für Kiesunternehmer, für die es um viel Geld gehe, steigt. Mit einer Abbautiefe von zehn Metern und einem Ausbeutungsgrad von 50 Prozent würde sich ein Kapitalwert von 50 bis 100 Millionen erwirtschaften lassen. Die Schäden für die Kommune wären enorm hoch. MdL Gisela Sengl teilte Pauli per Email mit, dass die Flächen von der Firma Aqua Soli geologisch untersucht und erfasst wurden. Eine Ausweisung von Konzentrationsflächen sei gut, sofern die Fläche sorgfältig ausgesucht wurde. Das jedoch erschien ihr in Seeon nicht so. Daher riet sie, darauf einzuwirken, die Flächen nochmals zu betrachten. Pauli fügte hinzu, das Gespräch mit der Gemeinde zu suchen. Und: Eine so große  Abbaufläche außerhalb des Regionalplanes sei heftig.

Für 2019 werde der UVA seine Naturprojekte intensivieren, meinte die Vorsitzende. Damit gemeint sind: Ökologische Nischen, Baumpatenschafts-, Biotopspflege und Naturbegehungen. Zum anderen suche man einen Grund, um Gemüse und Heilkräuter anzupflanzen. Etwa 460 Erdkröten konnten mit einem Folienzaun auf 400 Meter Länge mit Hilfe des BN-Helferskreises, Reinhold Schopf und Karl Schönberger geschützt werden. Diese Aktion wird in Engertsham wiederholt.

Das Kernteam zu aktuellen Themen hat sich nun mit Gerd Raepple und Michael Kießling vergrößert.  Zum Kernteam gehören: Gisa Pauli (Naturschutz/Ökologie), Reinhold Schopf (Verkehr/Lärm/Trostberg), Arnulf Erler (Verkehr/Lärm/ Traunreut), Cornelia Leupold (Verkehr/Obing), Eike Bunk (Lärm/Trostberg), Helmut Uber (ÖPNV), Alfred Huber (ÖPNV/Trostberg und Landkreis Altötting), Gerd Raepple (Kiesabbau/ Seeon), Michael Kießling (Artenschutz/ Obing-Pittenhart), Stella Erler ( Freihandel CETA/JEFTA).

Zu später Stunde klopfte überraschend die Nikoläusin alias Stella Erler an. Sie erfreute die Mitglieder mit Naschereien und liebevollen Worte: „Die Arbeit des UVA ist einmalig, unverzichtbar und unersetzlich. Bleibt hartnäckig und vermehrt Euch!“

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