Umweltinfotag, Werk Gendorf

Ernstes Thema; Sachliche Diskussion im freundlichen Ton.
So können wir unseren Eindruck der ersten Teilnahme beim Umweltinfotag im Werk Gendorf auf den Punkt bringen.

Wir bedanken uns dafür sehr Herzlich.

Grundwasserentnahme in großem Umfang und die Thematik PFOA – darüber wollten und konnten wir mit den Verantwortlichen diskutieren.

UVA-Vertreter Andreas Herden, Gisa Pauli, Reinhold Schopf, Robert Hesse; Quelle: Eigenes Bild

UVA-Vertreter
Andreas Herden, Gisa Pauli, Reinhold Schopf, Robert Hesse beim Umweltinfotag im Werk Gendorf

Beide Themen wurden von Fa. Infraserv unter Leitung von Hr. Dr. Langhammer in nachvollziehbarer Art erläutert.
Aus unserer Sicht, als Außenstehende, interessant:
Fa. Infraserv ist verantwortlich für die Versorgung der diversen Firmen des Chemieparks Gendorf.
Die Firmen laufen unter folgenden Flaggen:
USA: Achroma; Dyneon; Gore; Klöckner; Celanese; Vinnolit
CH:   Clairant
D:      Linde

Vorträge zu Umweltthemen wurden von Fa. Infraserv und Fa. Clairant gehalten.

Als Beitrag zur aktiven Umweltförderung wurde durch das Werk Gendorf der Verein „Naturnahe Alz“ gegründet.
Dieser Verein beinhaltet als Mitglieder ausschließlich Firmen.
Die Investitionssumme zur Naturförderung beträgt ca. 100.000€/Jahr.

Firma Clairant erläuterte deren Umweltziele. u. a. den mehrwertschaffenden Nachhaltigkeitsansatz, sowie die konkreten Maßnahmen zur Energie- und Ressourceneinsparung.
Konkretes Ziel: Wassereinsparung von 35% bis zum Jahr 2025.
Weiterhin sollen die Produkte langfristig mit Palmöl aus rodungsfreier Gewinnung hergestellt werden.
Aktuell werden 500 Kleinbauern in einem speziellen Programm unterstützt.

Ausführliche Diskussionen wurden zum Thema PFOA-Belastung geführt.
Das Thema wurde von Hr. Godehard Mayer, Fa. Infraserv, erläutert.
PFOA wurde seit 1968 im Werk Gendorf hergestellt. Einstellung der Herstellung im Jahr 2003; Einstellung der Verwendung im Jahr 2008.
Die aktuelle Belastung wurde in einem Untersuchungsgebiet von 190km2 untersucht.
Wobei das Gebiet im Raum Gendorf maßgeblich durch die Luft belastet wurde.
Durch diesen Umstand ist zu erklären, wieso z. B. im Brunnen Alzgern die höchste Belastung gemessen wird, obwohl dieser relativ weitab vom Werk liegt.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sich noch relativ hohe PFOA-Konzentration in der oberflächennahen Bodenschicht befindet. In den tieferen Bodenschichten ist die Belastung etwa halb so hoch und bis zur Grundwassertiefe ziemlich konstant. So die vorgelegte Grafik.
Glücklicherweise reichert sich PFOA nicht in den angebauten Lebensmitteln an.
Man geht davon aus, dass das Maximal der PFOA-Belastung im Grundwasser in ca. 15 Jahren (Jahr 2031) erreicht wird.
Vor dem Jahr 2050 ist mit keiner Abnahme zu rechnen.

Wie geht es mit der Trinkwasserversorgung weiter?
Im 1. Quartal 2017 wird sich für die Wasserversorger eine Lösung abzeichnen. So die Ausführungen.
Aktivkohlefilter sollen die Belastung unter den Vorsorgewert senken.
Als denkbares Modell wurde eine 100%ige Kostenübernahme dieser Maßnahme durch das Werk Gendorf diskutiert.
Nitrat kann leider mit dem Aktivkohlefilter nicht entfernt werden. So der Hinweis.

Von den Vortragenden wird die Umweltbelastung mit Bedauern gesehen.

Gendorf ist der einzige Standort in Deutschland, an welchem Fluorpolymerisiert wird.
In Zukunft soll in Gendorf die erste Anlage zum Recycling von Flour-Polymeren entstehen.

Aus unserer Sicht nachvollziehbar, dass sich durch neue Technologien Chancen für unsere Region ergeben.
Bleibt zu hoffen, dass wir nicht erneut das Lehrgeld für neue Technologien bezahlen müssen.

Bezüglich Ressourcenschonender Firmenphilosophie wäre ein kleiner Einblick in ein US-geführtes Unternehmen interessant gewesen.
…..vielleicht beim nächsten mal…..