Umgangsformen und Wertschätzung im Trostberger Stadtrat

Umgangsformen und  Wertschätzung im Trostberger Stadtrat zeigen wiederholt deutliches Entwicklungspotential.

Ende Januar 2018
Erlebnisse aus der Trostberger Bauausschusssitzung:

Leserbrief, Trostberger Tagblatt, 06.04.2018

Eigentlich hat Otto Normalverbraucher kaum einen Grund, an einer Trostberger Bauausschusssitzung teilzunehmen.

Abgesehen von den Sachthemen, welche behandelt werden, ist es überaus lehrreich, zu erleben, welche Gepflogenheiten in diesem Kreis im Umgang miteinander herrschen.

Es ist eine andere Welt. Als Besucher tritt man ein, in ein herrschaftlich gestaltetes Zimmer.

Die Anwesenden freuen sich über ein klares „Grüß Gott“ und belohnen sofort mit der Erwiderung des Grußes, unterstützt mit einem Lächeln im Gesicht.

Im nächsten Akt tritt der König ein.
Grimmiges Gesicht; eilenden Schrittes auf seinen Vorsitzerplatz zu marschierend.
Kein Blick nach links und rechts. Prüfender Blick auf die Besucher; Ermahnung an diejenigen, welche sich in einer ihm ungenehmen Platzierung befinden.
Formelle Begrüßung der Anwesenden.
Schon geht’s zum ersten Bauantrag.

Ein älterer Stadtrat erlaubt sich eine Frage in das Gremium zu stellen. Die Antwort folgte wie ein Knüppel aus dem Sack: „Das haben wir doch schon zigmal diskutiert“…“Ich werde Ihnen das selbe immer wieder erzählen…“ „Das nächste mal werden Sie wieder dasselbe fragen…“.
Die Stadträte versinken förmlich in den Stühlen. Scheinbar fühlt sich mancher in die Schulzeit, mit herrischem Lehrer, zurück versetzt.
Jetzt bloß nicht auffallen. Stillhalten. Sonst geht es mir genauso.
Mit deutlich leiser Stimme und nur noch halb so groß, zieht sich der Betroffene in seinen Sessel zurück.

Die Anwesenden, einschließlich Presse-Dame ist es klar anzusehen. Sie fühlen sich, wie in einem schlechten Film – dürfen nichts sagen, um dem Unwillen des Bürgermeisters Einhalt zu gebieten.
Können nicht glauben, dass Erwachsene Menschen sich so etwas in der Öffentlichkeit gefallen lassen müssen!

Zur Überraschung ergreift von den Stadträten keiner das Wort, um den Bürgermeister darauf aufmerksam zu machen, wie ein gesittetes Miteinander auszusehen hat. Damit war klar, wer hier das Regime mit eiserner Faust führt.
Abstimmung; Hand hoch; bloß keine kritischen Fragen stellen und niemals ins Visier des Bürgermeisters geraten!

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