Umgang der Stadt Trostberg mit öffentlichem Eigentum

Eigentum verpflichtet!

Das gilt für jeden, der Eigentum besitzt.
Aber wie sieht es mit der öffentlichen Hand aus?
Wird mit dem Eigentum, welches mit unseren Steuergeldern erworben wurde, verantwortungsbewusst umgegangen?

Ein Artikel im Trostberger Tagblatt, vom 27.01.2017 lässt manche Zweifel aufkommen.
Stein des Anstoßes: Die Wohnhäuser in der Traunsteiner Straße 4 bis 10.
Vor Jahren von der Stadt Trostberg erworben – sollen diese schon seit längerem abgerissen werden – so der Wunsch der Stadtoberen.
Betrachtet man die Bilder in der Zeitung (Kopie anbei), ist unschwer zu erkennen, dass die Gebäude scheinbar von der Stadtverwaltung dem Verfall preis gegeben werden.

Dem Verfall preis gegeben: Stadteigene Immobilien an der Traunsteiner Straße Quelle: Trostberger Tagblatt

Feuchtigkeit und Ausblühungen an den Wänden der Haustüre; Massiv abgeplatzter Putz.
Ein neues Gutachten – wie viele es bereits gibt, bleibt unklar – soll belegen, dass die Häuser abgerissen werden müssen.
Ein hochkarätiges Mieterpotential ist laut Zeitungsbericht nicht anzulocken – also am besten weg mit den historischen Zeugnissen.
Die Luftsituation könnte sich durch die Entfernung der Objekte obendrein verbessern – so die Vermutung des Stadtrates.
Die Häuser stehen zu nahe an der Straße!

Wieso wurden und werden Neubauten wieder direkt am Bürgersteig gebaut?

Für uns werfen die vorgetragenen Argumentationen einige Fragen auf:
Wenn die Häuser zu nahe an der Straße stehen – warum wurde dann das Pur Vital so nahe an die Straße gebaut?
Wieso wurde die beantragte Bebauung des Rentamtsplatzes, direkt am Fußgängerweg genehmigt?
Siehe Fotomontage, unten.

Bebauung am Rentamtsplatz im rosa gekennzeichneten Bereich Quelle: Google Maps

 

Schokoladenseite der Häuser an der Traunsteiner Straße durch schlechte Stadt-Planung entwertet.

Aus unserer Sicht haben die Häuser, Traunsteiner Straße 4-10 nicht nur die Fassade zur Straßenseite – sondern auch eine Südseite zum Kanal, nach Süden ausgerichtet.
Abgeschottet vom Verkehrslärm und Abgasen.
Hier könnte man doch etwas daraus machen.
Bleibt nur der Wermutstropfen, dass man dann direkt am Parkplatz des Pur Vital sitzt.

Absicht – bei der Planung des Pur Vital oder einfach nur „dumm gelaufen“?

Direkt an der Südseite / Schokoladenseite der Häuser: Der Parkplatz des Pur Vital Quelle: Google Maps

Würde manchen Mieter vermutlich nicht einmal stören – Hauptsache man hätte wieder eine bezahlbare Wohnung.

Bezahlbarer Wohnraum für die ehemaligen Mieter der „alten Baugenossenschaft“?
Die ehemaligen Mieter der Baugenossenschaft, welche ihre bezahlbaren Wohnungen verlieren, wären sicher froh darüber.
Abgesehen davon hätte man vielleicht auch statt dem Bau des Flüchtlingsheims diese Häuser leicht renovieren können.

Häuser der Baugenossenschaft weichen Neubauten Quelle: Trostberger Tagblatt

Einzelfall, oder Symptomatik?

Schloss Schedling bald Tabu für die Trostberger?

Ähnliche Parallelen sind beim Schloss Schedling nicht zu übersehen.
Vor Jahren gekauft – dümpelt das Gebäude vor sich hin.
Das Nebengebäude wurde von der Stadt bereits abgerissen, um einem Investor einen Bauplatz in bester Stadt-Lage zur Verfügung stellen zu können.
Mit dem Schloss weiß man auch nichts anzufangen – Abriss kommt bisher nicht in Frage.
Allerdings möchte man das Schloss an den Investor verkaufen. Den Schloss-Park (Rosengarten) gleich mit dazu.
Ein Hotel, Tagungsgebäude oder was auch immer soll es werden – jedenfalls nichts für die Trostberger!

Schloss Schedling – bald Tabu für die Trostberger? Quelle: Google Maps

 

Hier fragen wir uns:
Die Altstadt verkommt mehr und mehr!
Wieso dürfen die Trostberger selbst nichts tun?
Wieso werden nur  „Investoren“ alle Möglichkeiten eröffnet?

Auch im Schloss ließe sich bezahlbarer Wohnraum schaffen!
Beispiele gibt es genug – derartige Projekte wurden schon oft mit Erfolg umgesetzt und in der Presse hoch gelobt.
Damit entstünde nach unserer Meinung ein neuer Impuls, um die Altstadt zu beleben!

Wir hoffen, dass sich die Phantasie unserer Stadtväter nicht nur auf die Genehmigung von Lebensmittel-Discountern, Parkplätzen und Hofieren des Fernverkehrs beschränkt!

Mit dem Eigentum in öffentlicher Hand muss transparent und vorausschauend umgegangen werden!
Dies ist nach unserer Meinung seit längerem in Trostberg leider nicht mehr zu erkennen!

 

 

Der Artikel zum Lesen, Seite 1 Quelle: Trostberger Tagblatt

Der Artikel zum Lesen, Seite 2 Quelle: Trostberger Tagblatt

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