Unsere Meinungen und Argumente finden Sie im nachfolgenden Artikel.
Bild UVA, 21.03.2021
1.Die Planung ist nicht an die Ziele der Raumordnung angepasst (§ 1 Abs. 4 BauGB): Der rechtsverbindliche Regionalplan Südostoberbayern weist 2.500 ha Fläche als Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für den Kiesabbau aus und legt fest, dass der Kiesabbau hierauf konzentriert werden soll (B V 6.2 Z R18). Eine sachgerechte Begründung, warum die Gemeinde mit der jetzigen Konzentrationszonen-Ausweisung von dieser Regel abweicht, liegt nicht vor. Da der Flächennutzungsplan ohne die Möglichkeit einer gemeindlichen Abwägung an die verbindlichen Ziele der Raumordnung und Landesplanung anzupassen ist (§ 1 Abs. 4 BauGB), ist die Planung unzulässig.
Wie bereits in den zurückliegenden Jahren hat wieder ein illusterer Kreis von Mitgliedern im Umweltschutzverband (UVA), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und Bund Naturschutz (BN) den 350 m langen Krötenschutzzaun am Samstag in Engerstham aufgebaut. Alle anstehenden Arbeiten wurden selbstverständlich unter Beachtung der aktuellen Abstandregelungen durchgeführt. Der Landkreisbauhof stellte die beiden Materialboxen wunschgemäß am Freitag bereit und führte die Verkehrsbeschilderung durch.
Foto Umweltschutzverband
Da die Amphibien nur in der Dämmerung und in den Nachtstunden wandern, wurde eine vorübergehende Begrenzung der Geschwindigkeit auf 50 km/h in der Zeit zwischen 20 – 6 Uhr festgelegt. Diese dient auch dem Schutz der Helfer, die täglich am frühen Morgen und am späten Abend die Kontrollgänge ausführen, um die Erdkröten in den Fangeimern und entlang vom Schutzzaun einzusammeln, sicher über die Straße zu bringen und in der Nähe des Laichteiches am Ortsende von Engertsham wieder auszusetzen.
Da sich zur Zeit die Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt bewegen, wird sich der Start der Amphibienwanderung noch etwas verzögern. Erst wenn die Nachttemperaturen mehrere Tage über 5 Grad liegen, setzt der Wandertrieb ein. Und wenn dann auch noch warmer Regen fällt, dann sind unsere „Freunde“, die Erdkröten, aus dem westlichen Herrenholz nicht mehr aufzuhalten.
Ganz besondere „Kröten“ konnten allerdings bereits beim Aufbau des Schutzzaunes gesammelt werden: Ein randvoller Eimer mit Unrat, der von gedankenlosen Zeitgenossen dem Straßenrand und dem Wirtschaftsgut unserer Landwirte, Wiese und Acker, zugemutet wird! Die Natur ist unser aller Lebensraum und keine Müllhalde!!
Bei herrlichem Frühlingswetter konnte der Umweltschutzverband auch dieses Jahr wieder 400m Krötenschutzzaun aufstellen.
Der Erfolg der letzten 3 Jahre hat gezeigt, dass sich die Mühe lohnt. Jedes Jahr konnten mehr Kröten gesammelt und vor dem Überfahren gerettet werden. Aufgrund des frühen Wärmeeinbruchs haben wir dieses Jahr den Zaun um 2 Wochen früher aufgebaut. Wir gehen davon aus, dass die Wanderung die nächsten Tage einsetzen wird.
Bild Umweltschutzverband; Zaunaufbau 2021
Das Material wird uns vom Landkreis-Bauhof zur Verfügung gestellt. Die Helfer sind allesamt ehrenamtlich im Einsatz. Ein Dickes Lob und Dankeschön dafür. Denn die Arbeit ist mit dem Zaun nicht erledigt. Täglich muss dieser spät Abends und früh morgens kontrolliert werden. Die gesammelten Kröten werden zum Laichgewässer gebracht.
An die Autofahren appellieren wir ausdrücklich, langsam zu fahren und auch unsere Helfer beim Sammeln nicht zu gefährden!!
So gut unsere jährliche Sammelaktion auch ist – kann dies doch keine Lebensaufgabe für unseren Verein sein. Denn hier Kaschieren wir mit viel Mühen absichtliche Fehlplanungen im Straßenbau. Es kann nicht sein, dass Straßen ohne Rücksicht auf Wanderwege der Amphibien gebaut werden. Das heißt, die Individuen absichtlich dem Tod preis zu geben. Entweder müssen diese Streckenabschnitte während der Laichwanderung gesperrt werden, oder es werden dauerhafte Schutzeinrichtungen gebaut. Den aktuellen Zustand sehen wir als untragbar!
Abgesehen von den Amphibien, riskieren auch die Helfer und Sammler ihr Leben bei solchen Aktionen!
Man muss sich schon fragen, wie viel unseres Tafelsilbers das Land Bayern noch verkaufen will.
Erst kürzlich war ein Bericht im ZDF über den Verkauf des Walchenseekraftwerks. Mehrheitlicher Eigentümer ist jetzt die Finnische Fortum AG. Siltronic AG, Burghausen geht an Global Wafers Taiwan. Verkauf von 33.000 Sozialwohnungen der GBW wurden vor Jahren an Finanzinvestor Dawonia Real Estate. Wie lange soll das noch weiter gehen?
Einerseits sollen die Bürger klimaneutral agieren – das Land Bayern lässt gleichzeitig 72 Hektar Wald für ein Gewerbegebiet roden! Es wäre gut, wenn uns Verbraucher-Dummies einmal erklärt würde, wie das zusammen passt.
Droht uns eine neue Schwemme an Transit- und Schwerverkehr?
Wir gehen davon aus, dass dies so kommen wird!
Artikel, Trostberger Tagblatt, 30.11.2020 Wenn Sie den Artikel lesen möchten, bitte darauf klicken
Ein vor ca. 10 Jahren, vom Landkreis Traunstein beauftragtes Verkehrsgutachten über die verkehrlichen Auswirkungen bei Errichtung einer Salzachbrücke bei Fridolfing bestätigt die weiträumige, flächendeckende Verkehrserhöhung, zwischen Altenmarkt und Fridolfing!
Gutachten zur Salzachbrücke, Landkreis Traunstein Wenn Sie das Gutachten lesen möchten, bitte auf das Bild klicken
Im Gutachten geht man davon aus, dass der Transitweg von Traunreut nach Linz mehr Verkehr erfährt. Die Verkehrsbeziehungen zeigen deutlich, dass Trostberg und Altenmarkt zur Fernverkehrs-Drehscheibe ausgebaut wird.
Verkehrsbeziehungen, laut Gutachten Im Knotenpunkt liegt Trostberg / Altenmarkt
Betrachtet man die Karten des Gutachtens aus größerer Entfernung, ist nicht zu übersehen, dass über mehrere Streckenvarianten verteilt, ein Gutteil des Verkehrs der neu geplanten Salzachbrücke nach Altenmarkt, zur B304 läuft.
Verkehrserhöhungen laut Gutachten Palling wird mit 400 Fahrzeugbewegungen pro Tag belastet
Leidtragende dieses Szenarios werden die kleinen Orte an den Kreisstraßen mit Ost-West-Ausrichtung sein.
Vorne mit dabei Palling, mit einer prognostizierten Zunahme von 400 KFZ/Tag.
Aber auch Trostberg mit je 100 KFZ/Tag (Pallinger Straße und Tittmoninger Straße), sowie Traunreut und natürlich Altenmarkt.
Ob die prognostizierten Verkehrszunahmen noch ausreichen, oder übertroffen werden? Wir gehen davon aus, dass bei weitem mehr Fahrzeugbewegungen entstehen werden, da ein Gutteil des Verkehrs aus den Gewerbegebieten nördlich Salzburg kommen wird. Dass sich hier eines der größten Ligistikunternehmen befindet – die DB Schenker, ist bekannt.
Wir hoffen, dass unsere Kommunalpolitiker das Thema Salzachbrücke kritisch verfolgen und nicht wieder tatenlos zusehen oder sogar Applaus spenden, wenn mit einer neuen Salzachbrücke die nächste Verkehrsschwemme über uns hereinbricht!
Die beantragte, 4,6 ha große Kiesabbaufläche und die daran anschließend geplante, 4,5 ha große Erweiterungsfläche liegen im etwa 18 ha großen Niereiter Feld, nördlich des Weilers Eglhart, nordöstlich von Seeon in der Gemeinde Seeon-Seebruck.
Quelle: Bayern-Atlas mit eigenen Ergänzungen Lage der geplanten Kiesgrube
Der Umweltschutzverband hat dazu eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. Das Vorhaben betrifft nicht nur die Gemeinde Seeon durch Zerstörung der Natur und erhöhtem Kieslaster-Verkehr, sondern könnte möglicherweise weitreichende Folgen für die Trinkwasserversorgung der Stadt Trostberg haben.
Mit folgendem Schreiben, vom 13.12.2020 wendet sich der UVA an die Stadt Trostberg:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) hat eine Information und Stellungnahme zum Kiesabbauantrag der Fa. Swietelsky in Seeon-Eglhart abgegeben. Hierin ist auch eine nicht auszuschließende Gefährdung des Brunnen Hannslau der Stadt Trostberg angesprochen. Das geplante Kiesabbaugebiet liegt in einer, am Ende der letzten Eiszeit entstandenen Gletscher-Schmelzwasserrinne, die zur Hannslau hin ausgerichtet ist. Ob der Kiesabbau-Standort zum Grundwassereinzugsbereich des Brunnens gehört, ist nach unserer Kenntnis bisher nicht untersucht. In der dem Abbauantrag beiliegenden hydrogeologischen Untersuchung (Crystal Geotechnik, 29.11.2018) wurde aber festgestellt, dass der bis auf 2 m an das Grundwasser heranreichende Kiesabbau in einem Bereich liegt, der wegen der geringen Schutzfunktion des Gesteins als sehr empfindlich eingestuft wird. Deshalb ist zum Grundwasserschutz eine 1,25 bis 1,5 m dicke Sorbtionsschicht einzubauen. Woraus diese Sorbtionsschicht besteht und was sie bewirken soll, ist nicht näher dargelegt. Dass eine solche Sorbtionsschicht nötig ist, ist nach unserer Kenntnis bisher kaum üblich und gibt deshalb zu besonderer Vorsicht Anlass. Wir sind uns nicht sicher, ob unsere Hinweise von den zuständigen Behörden aufgegriffen und zu einer konkreteren Untersuchung führen werden. Deshalb möchten wir der Stadt Trostberg als Betreiberin der Trinkwasserversorgung Hannslau emfehlen, dieser Sache nachzugehen.
Quelle: Bayern-Atlas mit eigenen Ergänzungen Lage der geplanten Kiesgrube
Die Diskussion über Gefahren von Mobilfunk gibt es schon seit über 20 Jahren. Verschiedenste Studien weisen auf mögliche Gefahren der Technik hin. Von Politik und Mobilfunkbetreibern wird bestritten, dass von der Nutzung eine Gefahr ausgeht.
Dass der Frequenzbereich im GHz Bereich nicht ungefährlich ist, zeigen diverse Unfälle mit Radar. Ein ähnlicher Frequenzbereich. Bei geringer Strahlungsleistung besteht keine Gefahr – so wird von Befürwortern der Technologie behauptet.
Aktuell wurden Vögel (Waldrapp) durch GPS-Sender in Burghausen und Spanien an den Augen geschädigt. Siehe Bericht des Trostberger Tagblatt. Von einer hohen Strahlungsleistung der Sender ist nicht auszugehen, da diese für einen extrem energiesparenden Betrieb ausgelegt sind. Von einer Trübung der Hornhaut bis hin zur Erblindung wird berichtet.
Die aktuelle Campagne zur Einführung der 5G-Technologie und damit verbundener massiver zusätzlicher Strahlungsbelastung sehen wir von Haus aus kritisch. Unbedarfte Nutzer sollten sich überlegen, ob sie sich wirklich einer möglichen Gesundheitsgefährdung aussetzen möchten. Die Anwohner von Mobilfunk-Basisstationen werden sowieso nicht gefragt, ob sie mit der Bestrahlung einverstanden sind.
Frei nach der längst gängigen Praxis: Geschäft vor Gesundheit.
Seit der Freigabe der A94 durch das Isental hat die Lärmbelastung der Anwohner gravierende Formen angenommen. Die Zusicherung von Hr. Markus Söder, mit einer vorläufigen Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120Km/h die Belastung der Anwohner erträglicher zu machen, wurde vom Verwaltungsgericht scheinbar nun endgültig gekippt.
Wie im Trostberger Tagblatt zu lesen, sind anscheinend die Lärmwerte im „Grünen Bereich“. Erste Messungen haben bestätigt, dass die Grenzwerte bei Weitem eingehalten werden.
Was ist jetzt Sache? Werden sich manche fragen. Tatsache ist, dass die gesetzlichen Lärm-Grenzwerte so hoch angesetzt sind, dass die Betroffenen niemals glauben würden, wie laut das wird.
Tatsache ist, dass die Anwohner der A94 im Isental heute mit ähnlichen Lärmwerten leben müssen, wie diese in Trostberg noch kommen werden, wenn die Umfahrung Altenmarkt, Bauabschnitt 2, direkt vor der Schwarzau gebaut wird. Die Isentaler sind uns quasi einen Schritt voraus. Ist es unser Wunsch, denselben Weg zu gehen?
Artikel, Trostberger Tagblatt, 31.10.2020 Möchten Sie den Artikel lesen? Einfach darauf klicken.
SEHENSWERT! Ein Kinofilm über PFOA – eine Chemikalie die uns alle betrifft und im Bereich Burgkirchen großflächige Probleme bereitet; beziehungsweise die nächsten 50 Jahre noch bereiten wird!
Zu sehen in Trostberg, Landshut, Vilsbiburg, Passau.
Das ist kein „Mainstream-Film“, so die Kinobetreiberin in Burghausen. Deshalb wird er in Burghausen nicht gezeigt.
Liebe Leser aus Burghausen: Kommen Sie doch einfach zu uns nach Trostberg in’s Kino und sehen Sie sich den Film bei uns an. Völlig unzensiert! Sie sind herzlich willkommen!
Artikel, Trostberger Tagblatt, 21.10.2020 Artikel lesen? Einfach darauf klicken
Das Verwaltungsgericht München hat dem Eilantrag des Umweltschutzverbands Alztal und Umgebung e.V. (UVA) stattgegeben und damit den Kiesabbau in Seeon-Grünweg gestoppt (Beschluss des Verwaltungsgerichts München vom 29.09.2020, M 1 SN 20.3658).
Die Gemeinde Seeon-Seebruck hatte den Kiesabbau-Antrag der Eggstätter Firma Riedel-Kies bereits 2018 abgelehnt, die Unterlagen aber nicht weitergeleitet. Dies führte dazu, dass das Landratsamt Traunstein den ca. 2 ha großen Kiesabbau zwischen Grünweg und Bansee genehmigte.
Nach sofort einsetzenden Protesten der Bürger nahm das Landratsamt zwar die Genehmigung vier Wochen später für zwei Drittel der Fläche wieder zurück – wogegen aber die Fa. Riedel-Kies kürzlich Klage erhoben hat. Noch Ende Juli begann der Kiesabbau auf dem verbliebenen Drittel. Hiergegen erhob der UVA Klage, weil er das Naturparadies Bansee durch den unmittelbar benachbarten Kiesabbau gefährdet sieht.
Die empfindliche Eiszerfallslandschaft von Seeon mit ihren hydrogeologischen Besonderheiten sowie der als Naturschutzgebiet, FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesene Bereich im Umfeld des bekannten Seeoner Inselklosters sollen erhalten werden. In einem ersten Verfahrensschritt wurde vom Gericht zwar ein sofortiger Baustopp abgelehnt – mit der Begründung, dass die Schäden durch den Kiesabbau schon eingesetzt hatten.
Jetzt ist aber die Entscheidung des Verwaltungsgerichts im Eilverfahren gefallen, wonach bis zu einer endgültigen Entscheidung im Klageverfahren nicht weiter Kies abgebaut werden darf.
Ob die Fa. Riedel-Kies gegen diese Entscheidung Beschwerde vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen wird und wie sich das weitere Klageverfahren zu der 1/3-Fläche sowie das zweite Klageverfahren zu der 2/3-Fläche entwickelt, wird man erst in Wochen oder Monaten sehen. Bis dahin ist jedenfalls der weitere Kiesabbau gestoppt.