Dyneon verweigert herausgabe der PFOA-Belastungswerte im Landkreis Altötting

Laut Bericht im Trostberger Tagblatt, 22.08.2026, sind im Landkreis Altötting statt den bisher angenommenen 190 Quadratkilometer nun 380 Quadratkilometer Fläche mit PFAS belastet. Also etwa zwei Drittel des kompletten Landkreises.
Wie stark die Belastung des Bodens ist und wer betroffen ist, das wollte die Bürgerinitiative BINT von Dyneon GmbH wissen.
Das Landratsamt Altötting unterstützt das Ansinnen der BINT.
Da die Dyneon GmbH die Herausgabe der Untersuchungsergebnisse verweigert, hat nun das Verwaltungsgericht zu entscheiden.

Die Daten sind prekär, denn PFAS-Chemikalien werden nicht nur von Fischen und Wildschweinen, sondern auch von Pflanzen in unterschiedlichen Konzentrationen aufgenommen.
Heißt, sie gelangen in den Lebensmittelkreislauf. Untersuchungen dazu gibt es und sind auf unserer Internetseite zu finden.

Dies könnte großflächigen Einfluss auf die Lebensmittelerzeugung im Landkreis Altötting haben.

Ob wir wirlich, wie in der Kommentarspalte zum Artikel behauptet wird, die PFAS-Chemikalien unbedingt benötigen darf bezweifelt werden.
In der Industrie ist jedenfalls die Umstellung auf Ersatzprodukte bereits in vollem Gange; angesichts des anstehenden Verbots durch die Europäische Union.
Und dass ein neuer Investor auf „den saubersten PFAS-Standort Gendorf“ setzt und weiterhin mit der am Jahresanfang freizügig genehmigten weiteren Freisetzung von PFAS-Chemikalien sein Geschäft machen will, ist Kapitalismus in Reinkultur.

Aber wollen wir das überhaupt?

In der Vergangenheit haben sich noch nie Arbeitsplätze oder Prozesse, welche massive Umwelt- und Gesundheitsprobleme verursachten, auf Dauer durchgesetzt.

So haben die hochtoxischen Chemikalien PCP und Lindan bis in die 90er Jahre nicht nur dem Holzwurm Tod gebracht, sondern auch hunderttausende Menschen gesundheitlich gefährdet.
Bei Asbest ist es ähnlich; nur hier haben wir heute noch mit den Altlasten flächendeckend zu tun.
PFAS befindet sich in derselben Kategorie. Gesundheitsschädlich, ist eine Ewigkeitschemikalie und inzwischen weltweit verbreitet.

Man darf annehmen, dass die Menschheit künftig mit Sicherheit auch ohne diese Chemikalie auf unserer Erde überleben wird.
Es wird Zeit, die Produktion auch in Burgkirchen einzustellen.
380 Quadratkilometer versäuchte Heimat sind mehr als genug.

Weitere Information finden Sie auf der Homepage der BINT: https://www.bint.bayern/

Artikel, Trostberger Tagblatt, 22.08.2026