Umweltschutzverband Jahreshauptversammlung 2026

Zur diesjährigen Hauptversammlung konnten wir wieder zahlreiche Mitglieder beim Pfaubräu begrüßen und unsere Themen ausführlich diskutieren.

Erfreulicherweise konnten wir beim UVA wieder viel für unsere Umwelt erreichen.
So wurde der Kiesabbau in Grünweg nach mehreren Jahren Prozess beim Verwaltungsgericht München für unzulässig erklärt.
Vernünftigerweise wurde der langfristige Umweltschutz bei Gericht über kurzfristige Ausbeutung unserer Ressourcen gestellt.
Die Angelegenheit ist für aber damit noch nicht abgeschlossen, denn die Renaturierung muss nun vom Landratsamt veranlasst werden.
Wir werden die weitere Entwicklung positiv begleiten.

Bei unserem Dauerthema „Ausbau der B299/304“ haben wir zwar keine Neuigkeiten, wie es weitergeht.
Allerdings haben wir den Bürgerentscheid zur Ablehnung der Trassenführung der Umfahrung Trostberg im Rahmen des letztjährigen Bürgerentscheids zum Anlass genommen, den Bundesrechnungshof und das Bundesverkehrsministerium in Berlin erneut auf die aktuelle Entwicklung bezüglich Kosten, Umweltbelange und Ablehnung dieses Vorhabens vor Ort durch die Städte und deren Bevölkerung aufmerksam zu machen.
Infolge dessen hat der Bundesrechnungshof die Angelegenheit an das zuständige Ressort zur Prüfung weiter geleitet.
Wir hoffen, dass dies die weitere Planung in eine ökologisch und ökonomisch richtige Richtung lenkt.
Schließlich sollen lt. Kostenplanung aus dem Jahr 2024 470 Mio. € für die 32 Km ausgegeben werden. Die PFAS-Problematik im Bereich Garching noch nicht berücksichtigt.

Aus unserer Sicht gestaltet sich die Situation der einzelnen Teilabschnitte folgendermaßen:

1. Die Umfahrung Garching hat lt. Berechnung des Bauamts Traunstein einen Nutzen-Kosten-Faktor von knapp über 1.
Allerdings nur, weil der monetäre Nutzen von 31 Mio. € auf 54 Mio. € erhöht wurde. Dies ist nach unserer Meinung nicht rechtskonform.
Würde man den Nutzen korrekt berücksichtigen, hätte die Umfahrung Garching ihre Bauwürdigkeit verloren.

2. Die Umfahrung Trostberg wird lt. Bauamt und Bericht im TT aufgrund des Bürgerentscheids nicht weiter geplant

3. Die Umfahrung Altenmarkt BA2 wurde von den Städten Trostberg, Traunreut und Gemeinde Palling abgelehnt und hat laut unserm Gutachten aus dem Jahr 2024 einen Nutzen-Kosten-Faktor von 0,86. Das Projekt hat damit aus unserer Sicht die Bauwürdigkeit verloren.

4. Die Umfahrung Matzing kann nur im südlichen Bereich gebaut werden. Der nördliche Bereich bei Hörpolding beinhaltet bisher ungelöste naturschutzrechtliche Probleme. So lt. Bauamt bei der Planungsvorstellung im Stadtrat Traunreut.

Als logische Konsequenz müsste aufgrund der fehlenden geschlossenen Trassenführung das Gesamtprojekt aus dem Bundesverkehrswegeplan und dem vordringlichen Bedarf entfernt werden.

Weitere Diskussionspunkte des Abends waren die Grundwasserentnahmen durch die Wasserversorger und Gemeinden. Hier würden wir uns mehr Fokus auf nachhaltigen Umgang mit den bisher genehmigten Entnahmemengen wünschen, bevor Erweiterungen beantragt werden.
Zumal der Klimawandel und Belastung großer Wasservorkommen im Bereich Burgkirchen aufgrund PFAS-Belastung unsere Vorräte weiter schrumpfen lassen.

Bei der Hotelplanung Malerwinkel wurde kürzlich die von der Gemeinde Seeon-Seebruck beantragte Änderung des Flächennutzungsplans vom Landratsamt Traunstein genehmigt.
Wir hätten erhofft, dass unsere fundierten und ausführlichen Argumente gegen das Hotel-Bauprojekt im hochsensiblen Naturraum Gehör gefunden hätten.
Die weitere Entwicklung werden wir, so wie es sich abzeichnet, mit gerichtlichen Schritten begleiten müssen.
Dazu hoffen wir auf Spenden zur Finanzierung des Unterfangens.

In Wald a. d. Alz laufen derzeit Planungen, an der Walder Schwelle ein Wasserkraftwerk zu errichten.
Die Unterlagen sind aktuell beim Landratsamt Altötting abrufbar.
Wir werden dazu eine Stellungnahme abgeben; zumal wir als Träger öffentlicher Belange am Verfahren beteiligt sind.

Aus dem unten verlinkten Zeitungsbericht des Trostberger Tagblatts können weitere Informationen entnommen werden.

Bitte auf das Bild klicken.

Artikel Trostberger Tagblatt, 24.10.2026